Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V.
Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V.

www.gruenes-netz-oste.de

Fachgruppe Natur und Umwelt - kurz Grünes Netz - heißt die jüngste Gliederung der AG Osteland. Sie wirbt verbandsübergreifend für die Bewahrung des Naturerbes der Flussregion, auch durch Exkursionen etwa zur Ostemündung oder in die Ostemoore , und bemüht sich um die Vernetzung der einschlägig engagierten Mitglieder. Infos auf dieser aktuellen Website gruenes-netz-oste.de, auf unserer Archivseite und auf Facebook.

Oste-Moore: Verwirrender Frontverlauf

15. 12. 2014. NABU mit Torfindustrie gegen das Landvolk, BUND für Grünen gegen NABU und CDU - das Thema Moorschutz an der Oste bleibt weiter heftig umstritten. Der Frontverlauf ist für Außenstehende zurzeit nur noch schwer überschaubar.
 
Der Naturschutzbund (NABU) attackiert heute in der Bremervörder Zeitung erneut die Landvolk-Funktionäre, die in Sachen Moorschutz "Desinformation" betrieben und auf "Halbwahrheiten" setzen, um die Flächenkonkurrenz durch Torfindustrie und Naturschutz auszuschalten und zugleich Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) politisch zu beschädigen. 
 
Gegen Meyer werde im Interesse der agrarindustriellen Großbetriebe zur Zeit überall in Niedersachsen von Landvolk-Lobbyisten mobilisiert, erklärt NABU-Umweltexperte Axel Roschen (Bremervörde) gegenüber der Presse.
 
Unterdessen kritisiert die Rotenburger Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) öffentlich den NABU und dessen Kooperation mit dem Torf-Industrieverband IVG.
 
Eine von Manfred Radtke unterzeichnete Presseerklärung trägt die Überschrift: "BUND begrüßt Moorschutzpläne der Landesregierung - NABU/IVG-Papier kann aber nicht unterstützt werden".
 
Wörtlich heißt es: "Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist sich mit den übrigen Umweltverbänden einig, dass der Schutz unserer letzten Moore eine ungemein wichtige Aufgabe ist. Das gilt hinsichtlich der Bedeutung für das Klima wie als Lebensraum für selten gewordene Tiere und Pflanzen. 
 
Das Entwicklungskonzept für Hochmoorgebiete von NABU und Industrieverband Garten (IVG) kann der BUND aber aus mehreren Gründen nicht unterstützen.
 

Obwohl Moore nur drei Prozent der weltweiten Landfläche ausmachen, speichert diese kleine Fläche mehr als doppelt soviel CO2 wie alle Wälder der Erde zusammen. Das belegt die überragende Bedeutung von Mooren für den Klimaschutz. Der BUND begrüßt daher ausdrücklich die Kehrtwende der niedersächsischen Landesregierung: Weg vom Torfabbau, hin zu Moorschutz. 

 

Schließlich stammt ein beträchtlicher Teil der hiesigen CO2-Emissionen aus entwässerten Mooren, in denen der Torf abgebaut wurde. Es ist daher zweifellos richtig, dass aus Sicht des Klimaschutzes eine Wiedervernässung grundsätzlich wünschenswert wäre. Für den Erhalt der Moore und der Moorkulturlandschaften ist eine angepasste, extensive und nachhaltige Bewirtschaftung aber ebenfalls wichtig.

Das NABU/IVG-Papier geht aus Sicht des BUND in mehrerer Hinsicht an den Realitäten vorbei. 

 

Zum einen ist es unrealistisch anzunehmen, dass über Flurneuordnungen jetzt landwirtschaftlich genutzte Flächen innerhalb eines Zeitraums von drei bis zehn Jahren für Vernässungsmaßnahmen gewonnen werden können. Flurbereinigungen dauern in der der Regel zwischen zehn und fünfzehn Jahre. Durch neue Baugebiete oder Verkehrswege wird die Chance auf hofnahe Ersatzflächen nicht größer. Außerdem wollen viele Landwirte ihre jetzige Form der Bewirtschaftung beibehalten und nicht an die Torfindustrie verkaufen.

 

Entscheidend aber ist, dass eine Wiedervernässung nach dem Abtorfen nicht mehr wie geplant funktioniert. Der BUND arbeitet und forscht seit mehr als 30 Jahren in der Diepholzer Moorniederung, wo kürzlich gerade das Europäische Fachzentrum Moor und Klima eingeweiht wurde. Um das Keimen von Birken- und Kiefernsamen zu verhindern, muss über das ganze Jahr ein kontinuierlicher Wasserstand bzw. Beweidung sichergestellt sein. Das ist aber flächendeckend nicht möglich.

 

Als Folge des Klimawandels gab es in den vergangenen Jahren verstärkt trockene Monate von Februar bis April. Der BUND hat die leidvolle Erfahrung machen müssen, dass aufgelaufene Birken und Kiefern auch dann weiterwachsen, wenn sich später der Wasserstand erhöht. Da wir in einigen Jahrzehnten noch viel öfter trockene Zeiten bekommen werden, wird das Keimen der Samen erst recht nicht zu verhindern sein. Der entstehende Wald muss ökologisch nicht schlecht sein. Wenn sich aber das eigentliche Ziel, die Neubildung von Mooren, nicht einstellt, muss man das Ab- torfen erst recht in Frage stellen. Über die gleichen Erfahrungen wie der BUND berichtet Professor Michael Succow von der Universität Greifswald.

 

Die Aktion Moorschutz, in der neben BUND, Manfred-Hermsen-Stiftung und Biologischer Station Osterholz-Scharmbeck auch der NABU mitarbeitet, lehnt das NABU/IVG-Papier des Landesverbandes Niedersachsen ebenfalls ab. An der Erstellung des NABU-Konzeptes wurde die Aktion Moorschutz nicht beteiligt. Der BUND Niedersachsen teilt deren Auffassung, dass mit der weiteren Abtorfung nicht nur Unmengen von CO2 freigesetzt werden und damit dem Klima geschadet wird. Es entfällt vor allem der Druck auf die Industrie, intensiv nach Ersatzstoffen zu suchen.

 

Wenn wir Moore schützen wollen, kommen wir nicht daran vorbei, den Torfverbrauch drastisch zu reduzieren. Vor allem, da auch Torf aus lebenden Hochmooren im Baltikum stammt. Die sog. „Blumenerde“, die Verbraucher jedes Jahr säckeweise aus den Baumärkten in ihre Gärten schleppen, besteht häufig bis zu 90 Prozent aus Torf. Mit jedem Sack wird ein Stück Moor vernichtet. Dabei gibt es für den Hausgebrauch schon seit Jahren torffreie Alternativen. Was den gewerblichen Gartenbau betrifft, muss aus Sicht des BUND verstärkt z. B. im Hinblick auf Paludikulturen und Torfmoosfarming geforscht werden.

 

Ausgewählte Stellungnahmen:
 
 
 

Windstrom-Trasse sorgt für Aufruhr

12. 12. 2014. Während am Donnerstag die angekündigte SuedLink-Info-Veranstaltung in Hollnseth (Kreis Cuxhaven) wie geplant stattgefunden hat, herrscht im Kreis Stade Ärger über die Absage einer Info-Veranstaltung durch Netzbetreiber Tennet.

 
Drochtersens Bürgermeister Hans-Wilhelm Bösch und seine Kollegen aus Oldendorf-Himmelpforten und Nordkehdingen, Holger Falcke und Edgar Goedecke, sind verstimmt, weil Tennet seine Zusage nicht eingehalten hat, am heutigen 12. Dezember die Regionen Kehdingen und Himmelpforten über zwei mögliche Stromtrassen zu informieren.
 
Für "Aufruhr" (Hamburger Abendblatt) sorgt die gigantische Stromtrasse derweil unweit der Quellregion der Oste bei Tostedt. Die Trasse könnte unter Umständen auch "durch Tostedt verlaufen, weil Stader und Rotenburger sie 'verschoben' haben", schreibt das Abendblatt. Ausführlicher Bericht hier.

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Elke Rühmann: "Das gleiche Theater gibt es überall an den möglichen Trassen. Ärgerlich ist, dass Bürgeriniativen nach dem Prinzip 'St. Florian' die Trassen nach Nachbargemeinden verschieben möchten…“

 

Niels von Holdt: „Ich stelle mir immer wieder nur eine Frage: Wie sind die Strommengen der AKWs usw. bisher in Richtung Süden, bzw. Ausland gelangt? Die Trassen der AKWs liegen in Zukunft vermutlich brach.“

 

Sigrid Beyer: "Je weiter elbabwärts, desto breiter bzw. länger die Strecke, die es zu überbrücken gilt... Ist es nicht auch eine Preisfrage? An der Hetlinger Schanze führen hohe Masten den Strom bereits über die Elbe. Macht es wirklich Sinn so hohe Masten (wegen der Schifffahrt) nochmals an anderer Stelle über die direkt vor den Toren der Großstadt - und profitiert auch davon, einschließlich Airbus. Bei gutem Wetter sieht man von jedem Apfelbaum aus die fernen Hafenanlagen, Masten etc. Kommt es auf einen mehr an?... Wo ist das Problem? Kann nicht verstehen, warum da nochmal die Elbe an anderer Stelle überquert werden soll... Man kann von der naheliegenden Großstadt nicht immer nur profitieren wollen, die Lage hat auch einen Preis! Ich kann die Altländer zwar nachvollziehen, aber die eine bekannte Trasse steht nun mal schon! Das müsste man doch miteinander verbunden können - meine ich.“

 
Nico Bär: "Es gäbe durchaus eine andere Möglichkeit: eine Route entlang der A 27 - also eine Bündelung von Infrastruktur.“
 
Uwe Heins: "Dem Betrachter stellt sich hier die Frage, wie der Atomstrom denn bisher von Bayern/Schwaben bis Flensburg gelangte? Oder von Stade nach Frankfurt? Oder von Brunsbüttel und Geesthacht bis ins Ruhrgebiet? Wenn 380kV-Trassen bereits bestehen, die aber keinen KKW-Strom mehr transportieren müssen/dürfen, was passiert denn damit? Beim Wechselstrom interessierte bisher doch auch kein Übertragungsverlust - der wurde eh vom Kunden bezahlt! Wenn also unbedingt Gleichstrom, dann kann man die bestehenden Trassen kostengünstiger umrüsten und muss sich nicht in neue Planfeststellungen verbeißen! Technisch ist alles machbar!"
 

Weil das Alte Land nicht will...

5. 12. 2014. Die Altländer lehnen die von Experten erarbeitete Tennet-Windstromtrasse SuedLink ab - jetzt soll eine mögliche Alternativtrasse das Osteland durchschneiden und zwischen Osten und Lamstedt den Fluss queren (oste.de berichtete).
 
Der Landkreis Cuxhaven hält mit Denkmalschutz- und Naturschutz-Argumenten dagegen (Schwebefähre, 16 Vogelbrutgebiete), wie die NEZ unter der Überschrift "Chor der Kritiker wird lauter" meldet.
 
Die angekündigte Info-Veranstaltung für alle Bürger der Samtgemeinden Lamstedt und Hemmoor findet am Donnerstag, 11. Dezember,ab 17 Uhr im "Dörphus Hollen" in Hollen-Hollnseth, Schulstrasse 3, statt.
 
Karte mit dem Verlauf aller Trassen und Alternativtrassen hier.

Naturfreunde kommen wieder ins Osteland

6. 12. 2014. Seit 33 Jahren besteht die von Bernd Wenzel geleitete Naturfreunde-Ortsgruppe Nordheide, die gestern Abend bei einem sehr gut besuchten Jahresabschlusstreffen in Buchholz-Meilsen auf ein erfolgreiches 2014 zurückblickte.
 
So konnten die Naturfreunde maßgeblich dazu beitragen, den Bau einer Tiermastanlage im Landschaftsschutzgebiet Stuvenwald zu verhindern. Unweit der Quellregion der Oste unterhält ein Kreis von Aktiven um Jens Nissen seit Jahrzehnten eine Streuobstwiese (mehr in der Lokalpresse).
 
Zu den am besten besuchten touristischen Veranstaltungen des 1981 von Jochen Bölsche gegründeten Vereins zählte im ablaufenden Jahr ein Besuch des Schwebefährendorfs Osten. Die guten Kontakte zur AG Osteland sollen im Mai 2015 mit einem Besuch der Wingst und des  Natureums sowie mit einem Mocambo-Törn in die Ostemündung vertieft werden.
 

"Perfidie, Humbug, Bauernfängerei"

4. 12. 2014. In der Zevener Zeitung kommentiert Stephan Oertel heute die Landvolk-Kampagne gegen grüne Moorschutz- und Klimaschutzpläne. 

Moordörfer-Vernässung "reine Erfindung"

1. 12. 2014.  Die Bremervörder Zeitung berichtet heute über die Stellungnahme des Bremervörder NABU-Kreisvorsitzenden Hans-Hermann Tiedemann, der zugleich Vorstandsmitglied der AG Osteland ist, zu "angstmachenden Parolen" der Agrar-Lobby in der Diskussion über die Zukunft der Ostemoore (siehe unten). Zugleich wendet sich auch der BUND Rotenburg gegen "Panikmache", die zunehmend "unerträglich" sei. Die behauptete "Vernässung von Moordörfern" zum Beispiel sei eine "reine CDU-Erfindung".

 

Die Erklärung des Vorsitzenden der CDU/FDP-Gruppe im (Rotenburger) Kreistag, das Land Niedersachsen plane die Gefährdung von Dörfern durch Vernässungen von Moorflächen, könne der BUND "nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen". Es sei das gute Recht jedes Bürgers, seine Meinung zu staatlichen Planungen zu äußern. Was sich derzeit aber CDU und Landvolk in dieser Hinsicht erlaubten, übersteige das Maß des Erträglichen,” so Manfred Radtke vom BUND Rotenburg:

 

"Von den künftig gegen Torfabbau geschützten 102.000 Hektar sind 58.000 Hektar Grünland. Es ist das ausdrückliche Ziel der Landesregierung, auf diesen Flächen die bäuerliche Landwirtschaft, die Grünlandnutzung mit Milchwirtschaft und die Weidehaltung besonders zu stärken. Vernässungen von Moorgebieten sind landesweit nur in wertvollen Schwerpunktgebieten geplant, die schon heute in öffentlicher Hand sind. Und bevor dort Vernässungen stattfinden, würden wasserrechtliche Genehmigungsverfahren durchgeführt, um sicherzustellen, dass keine landwirtschaftlich genutzten Flächen betroffen seien. Die angebliche Gefährdung von Dörfern durch das Landesraumordnungsprogramm sei schlichtweg ein Märchen."

 

Radtke: "Der von Herrn Bargfrede gemachte Versuch, Panik zu erzeugen, kann nach Meinung des BUND nur zwei Gründe haben. Entweder ist er in keiner Weise über die Ziele der Landesregierung informiert. Oder er will die Kampagne von CDU und Landvolk unterstützen, um dem jetzigen Landwirtschaftsminister politisch zu schaden. Denn Christian Meyer ist, im Gegensatz zu seiner Vorgängern, nicht mit der Agrarindustrie verbandelt. Er gibt keine Millionensubventionen an Riesenschlachthöfe, sondern unterstützt bäuerliche Familienbetriebe. Und genau deswegen wird von seinen politischen Gegnern der Moorschutz als Vorwand für die jetzige Kampagne genommen mit der unsinnigen Behauptung, Landwirte sollen 'kalt enteignet' werden."

 

Radtke weiter: “Damit dieser durchsichtige Versuch endlich ein Ende hat, hat der BUND das Moorschutzprogramm des Landes und weitere Unterlagen auf seine Homepage gestellt. Wir möchten alle auf Moorstandorten wirtschaftenden Landwirte bitten, sich dort zu informieren. Wir hoffen, dass die Stimmungsmache danach endlich ein Ende hat.”

 

"Absurde Vorwürfe" gegen den Moorschutz

 

2. 12. 2014. Zu der aktuellen Kampagne von Agrar-Lobby und Landtagsopposition  hat jetzt auch die "Aktion Moorschutz“  Stellung genommen, eine überverbandliche Kooperation der Biologischen Station Osterholz mit dem BUND Bremen und Niedersachsen, der Manfred-Hermsen-Stiftung sowie dem NABU Niedersachsen; regionale NABU- und BUND-Verbände gehören auch der AG Osteland an. Die Presseerklärung, derzufolge die Vorwürfe gegen den Moorschutz "absurd" sind,  steht unter AKTUELL.

 

Regionale BUND- und NABU-Verbände sind Mitglied der AG Osteland.

NABU gegen Landvolk-"Angstmache"

28. 11. 2014. In einer Presseerklärung hat heute der Vorsitzende des NABU Bremervörde-ZevenHans-Hermann Tiedemann (Elm), Stellung genommen zur Kampagne des Landvolks gegen die Moor- und Klimaschutzpläne der Landesregierung. Tiedemann, der auch dem Vorstand der AG Osteland angehört, schreibt:

 

"Die Vertreter des Landvolkes haben in den letzten Wochen den NABU-Kreisverband Bremervörde-Zeven mehrfach öffentlich aufgefordert, zu den aktuellen Entwicklungen im Bereich Moorschutz Stellung zu beziehen. Dieser Bitte folgen wir nun in Form einer Presseklärung.

 

Der NABU Kreisverband Bremervörde-Zeven steht zu den Inhalten der „Gnarrenburger Erklärung zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit im Rahmen eines Zukunftskonzeptes für die nachhaltige Entwicklung des Gnarrenburger Moores“. Diese Ausarbeitung war geprägt von der zielgerichteten Kompromissbereitschaft aller Beteiligten. Bereits in dieser Erklärung vom 25. 9. 2013, der auch die Vertreter des Landvolkes zugestimmt haben, wurden erforderliche Maßnahmen verabredet. Naturnahe Hochmoorbereiche sind zu schützen und geeignete Bereiche umweltverträglich zu regenerieren. Selbst weiterer Torfabbau soll gezielt dort stattfinden, wo er der Vorbereitung der konzeptionell vorgesehenen Nachnutzung dient. Das landschaftstypische Moorgrünland steht im Vordergrund der Entwicklung, wobei die extensive Nutzung gefördert werden soll.

 

Die Drohung der Vertreter des Landvolkes, aus diesem Dialogprozess auszusteigen, wenn sich der NABU-Kreisverband Bremervörde-Zeven nicht gegen ein allgemein gültiges Diskussionspapier des NABU-Landesverbandes ausspricht,  ist nicht nachvollziehbar. Der NABU Niedersachsen betont in seinen Ausführungen seinen Standpunkt, dass Torfabbau grundsätzlich abzulehnen ist und nur geduldet werden kann, solange er unterstützend zur Hochmoorrenaturierung  genutzt wird. Zusätzlich führt der NABU Niedersachsen an, dass Grundlage für die Umsetzung eines Konzeptes immer die privatrechtliche Verfügbarkeit der Flächen sein muss und damit die freiwillige Mitwirkung der Grundstückseigentümer zwingend erforderlich ist. Der NABU-Kreisverband steht vollständig hinter den Grundsatzaussagen des Landesverbandes. Es wird dort deutlich darauf hingewiesen, dass die machbare Umsetzung vor Ort gefunden werden muss.

 

Das Landvolk als Vertreter einer immer intensiver werdenden Landwirtschaft steht verständlicherweise im ständigen Widerspruch zu den Zielen eines Naturschutzverbandes. Zusätzlich sind aber auch die Interessen allerBevölkerungsschichten zu berücksichtigen. Neben den nachvollziehbaren Gewinnerzielungsabsichten der Landwirte sind auch andere Schutzgüter zu beachten. Dies kann nur im fairen Dialog geschehen.

 

Wir fordern daher die Vertreter des Landvolkes auf, wieder in eine zielführende Diskussion einzusteigen. Angstmachende Parolen wie „Zwangswiedervernässung“, „Enteignung“ oder „Mückenplagen“ entbehren jeglicher Grundlage. Der NABU Kreisverband steht weiterhin für einen Dialog zur Verfügung."

„Brauchen wir noch Bauern?“

28. 11. 2014. In der jüngsten Umweltausschusssitzung in Gnarrenburg referierte Ostefreund und Ortsvorsteher Johann Steffens aus Klenkendorf zum Thema "Negativer Wandel in der Kulturlandschaft – sind die Bauern schuld? Brauchen wir noch Bauern – wenn ja wofür?“.
 

"Vordergründig scheint es um die Landwirtschaft zu gehen, mir geht es um mehr, nämlich um die Zukunft der Dörfer und den ländlichen Raum. Tatsache ist: Es gibt massive, auch negative Veränderungen, und immer mehr Bauern hören auf. Was sind die Gründe? 

 

Die Politik entfernt sich immer weiter von der real machbaren Landwirtschaft und wird praxisfremd. Das Wissen über Zusammenhänge nimmt ab – das führt zu erheblichen Defiziten. Fehlende Grundkenntnisse und falsche Einschätzungen über die Folgen von politischen Beschlüssen sind deshalb die Ursachen für manche negativen Veränderungen in der Landschaft. Charakteristische Elemente und naturnaher Lebensraum gehen damit verloren – und mit ihnen die Qualität, die eine Landschaft für Menschen anziehend macht. 

 

Nur wer die Wechselwirkung von Beschlüssen, ja selbst schon von Ankündigungen, bei der Umsetzung in die fachliche Praxis kennt und berücksichtigt, wird richtige Entscheidungen treffen. Dazu sollte man die Erfahrungen aus der Praxis heranziehen.

Landschaft ist ein Produkt von politischen Entscheidungen und wirtschaftlichen Zwängen.

 

Einen Wandel hat es immer gegeben. Neu ist die Geschwindigkeit und Tragweite. Nicht übersehen werden sollte, dass beim Wandel nicht alle mitkommen. Die dadurch entstehende Ängste müssen ernst genommen und Bedenken diskutiert werden. 

Veränderungen in der Landschaft stehen stark in Fokus der Öffentlichkeit. Auch Landwirte können sich die gesellschaftlichen Debatten darüber nicht entziehen. Einfach alles abstreiten reicht nicht. Die Diskussion darüber verdrängen ist falsch. Man muss sich damit beschäftigen, am besten gemeinsam. 

 

Die Folgen von „Wachsen oder Weichen“ in der Landwirtschaft machen viele Menschen Angst. Wenn die Landwirtschaft nicht weiter in ein gesellschaftliches Abseits geraten will, wird sie sich über ihre Auswirkungen auf unseren Lebensraum auch Gedanken machen müssen.

 

Wohin die laufende Entwicklung führt, sieht man in den Dörfern der Ex-DDR. Dort hat man die Entwicklung zu großen landwirtschaftlichen Einheiten hinter sich. Die Folgen katastrophal.  

 

Die Landwirtschaft prägt die Dörfer und ihre Kulturlandschaft im positiven wie auch im negativen Sinne. 

 

Aufgabe der Landwirtschaft war bisher die Erzeugung von Lebensmittel. Heute sind andere Aufgaben wie der Gewässer-, Klima- und Artenschutz und eine artgerechte Tierhaltung dazu gekommen. Selbst die uneigennützige Pflege einer vielfältigen Landschaft wird verlangt, aber nicht als Dienstleistung an die Gesellschaft anerkannt. 

Ganz entscheidend für den Erhalt der Dörfer ist Arbeit im Ort. Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft gibt es in vielen Dörfern schon nicht mehr. Woher sollen Arbeitsplätze in den kleinen Ortschaften kommen, wenn auch noch die Arbeitsplätze in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft wegfallen? Wie soll die Landschaft ihre biologische Vielfalt behalten, wenn es nur noch einzelne Großbetriebe gibt? 

 

Warum schmeißen immer mehr kleine bäuerliche Familienbetriebe „die Flinte ins Korn“?

 

Die Landwirtschaft findet in einem Spannungsfeld zwischen hohen Auflagen und ökonomischer Tragfähigkeit statt. Landwirte müssen unternehmerisch tätig sein, um kostengünstig und wettbewerbsfähig zu produzieren und dabei eine Reihe Herausforderungen bewältigen. Dazu gehören die volatilen Märkte, die Konzentration im Lebensmittelhandel, die Konzentration in den vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen, sowie die kontinuierlich verschärfte Auflagen mit den Folgen eines erhöhten Kostendrucks. 

 

Ein hoher Kapitaldienst, mit dem man seinen Arbeitsplatz selbst finanzieren muss, viel Arbeit, wenig Freizeit, unsicheres, geringes Einkommen, schwindende Anerkennung der Arbeit, verstärkt durch Äußerungen von Politikern und Naturschützer, immer höhere Auflagen und Anforderungen sorgen dafür, dass viele kleine Betriebe keinen Nachfolger haben und über kurz oder lang aufgeben. Solange wirtschaftet man nach altbewährten Gesichtspunkten, investiert nicht mehr und hofft, ungeschoren bis zum Eintritt in den Ruhestand über die Runden zu kommen.

 

Das ist nicht einfach, denn die Landwirtschaft wird auf Einhaltung aller Vorschriften umfassend überprüft, sogar mit Luftbildern. Werden Betriebe ohne Nachfolger anhand dieser Kontrollen zu Investitionen gezwungen, verpachtet man eben vorzeitig. 

Missstände müssen abgestellt werden. Das ist nicht die Frage. Aber Pächter von aufgebenden Betrieben sind immer Großbetriebe, die auf Grund getätigter Investitionen nicht aufgeben können und weiter wachsen müssen, um ihre Investitionen zu bezahlen. Der Strukturwandel beschleunigt sich. So treibt Politik die Landwirtschaft zu immer größeren Einheiten, obwohl sie diese angeblich ablehnt und der Verlust der Artenvielfalt in der Landschaft ist vorprogrammiert.

 

Verantwortlich für die Aufgabe kleiner Betriebe sind auch Kommunalpolitiker. Die Art der Ankündigung, zur Überprüfung der Auflagen nach Cross Compliance zusätzliche Landschaftswarte einzusetzen, für die diese nach dem Gesetz gar nicht zuständig sind, empfindet man als Schikane. Hätte man gleich gesagt, dass Landschaftswarte nach § 35 des Naturschutzgesetzes eingesetzt werden sollen, hätte man sich viel Ärger sparen können. Allerdings Landschaftswarte dann in ihrer Arbeitsbeschreibung zum Denunzieren aufzufordern, halte ich nach wie vor für sehr bedenklich und frage mich, warum melden Politiker angebliches Fehlverhalten ihrer Wähler nicht selber. Das gehört auch zu unseren Aufgaben, zumindest der Ortsbürgermeister oder Ortsvorsteher.

Die heute geforderten höheren Standards will ich nicht in Frage stellen. Kontrollen sind notwendig. 

 

Doch durch die Politik von Investitionsförderung und Flächensubventionierung entsteht ein „Teufelskreis aus Produktionssteigerung, Preisverfall und Betriebsaufgaben“. Wer keine industriellen Agrarstrukturen will, muss diesen Teufelskreis aufbrechen und kleinen Betriebe Alternativen aufzeigen. Denn kleine Betriebe sind unverzichtbar für die Attraktivität und Vitalität der ländlichen Räume sowie für das soziale und kulturelle Leben auf dem Land. 

 

Die rot-grüne Landesregierung will die Vielfalt in der Landschaft erhalten, den Torfabbau stoppen und muss dafür das LROP ändern. Fehler, die dabei gemacht werden, müssen klar und sachlich benannt werden. 

 

Dass das Landvolk an der Glaubwürdigkeit der Politik zweifelt, mag verständlich sein. So hat 2010 die Landesregierung mit der CDU, der Partei der Bauern, angekündigt, den Torfabbau zu beenden. Geholfen hat uns das nicht. 2012 hat die Landesregierung aus CDU und FDP dann das LROP mit zusätzlichen Vorrangflächen für den Torfabbau beschlossen. So wird Politik nicht glaubwürdig.

 

Statt künstlich überzogene Horrorszenarien bei den Planungen zum Moorschutz aufzubauen, sollte man den Schutz vor den geplanten Abtorfungsplänen der Torfindustrie und NABU unterstützen, zugleich aber berechtigten Forderungen nach eindeutigen Festlegungen zur Sicherung der Moorflächen und ihre Entwicklungsperspektiven mit Nachdruck vertreten. Die Chancen dazu sind gut, wenn wir eine Modellregion werden.

 

Notwendige Veränderungen schafft man nur, wenn es gelingt, die betroffenen Landwirte in die Entscheidungsfindung einzubinden und diese, z. B. auf freiwilliger Basis, vom Mitmachen einer extensiven Bewirtschaftung, bei angemessener Entlohnung,  überzeugt. 

 

Beispiele gibt es. Wie die „Weidewelt im Frankenwald“. Vielleicht sollte man sich dort mal informieren oder Referenten hierher einladen. Das Institut für Umweltplanung der Uni Hannover würde für unsere Region auch ein Studienprojekt durchführen und Alternativen aufzeigen, wenn wir es denn wollen. 

 

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen, es gibt Umweltbelastungen und andere Probleme, die beseitigt werden müssen. Wer wirklich etwas ändern will, darf nie Endscheidungen treffen ohne das Ganze im Blick zu haben, und muss die Folgen von Einzelfallentscheidungen bedenken und berücksichtigen. So etwas wie den NAWARO- Beschluss, der zur Vermaisung der Landschaft führte, oder wie die Ankündigung von Landschaftswarten mit den ursprünglich vorgesehenen Aufgaben darf es nicht wieder geben.  

 

Wenn der ländliche Raum eine Zukunft haben soll, braucht man eine abwechslungsreiche, gepflegte Kulturlandschaft. Dazu muss man langfristig die notwendigen kleinen Familienbetriebe  erhalten. Grundsätzlich sind einige Voraussetzungen zu beachten: 

 

 1)    Wir brauchen Bauern und keine pauschale Vorverurteilung aller Landwirte. Vor allem nicht wenn negative Veränderungen durch politische Entscheidungen entstanden sind und gefördert werden wie die Vermaisung der Landschaft durch den NAWARO-Beschluss.

 

2)    Statt das Verhalten der Bauern pauschal zu kritisieren, muss man gemeinsam Alternativen suchen und besser unterstützen. Etwas, was von der Politik und auch vom Landvolk bisher kaum gemacht wurde.

 

3)    Man muss extensive klimaschonende Flächenpflege auf freiwilliger Basis als Dienstleistung an die Allgemeinheit anerkennen und für eine angemessene Entlohnung dieser Arbeit sorgen. (Keine Aufgabe der Gemeindeverwaltung,  aber die der Politiker.)

 

4)    Alternativen über die Parteischiene zu den Entscheidungsträgern „nach Oben“ transportieren  statt die „da Unten“ zu kritisieren und zusätzliche Kontrollen zu fordern.

Um die Eingangsfragen kurz zu beantworten:

 

An den negativen Veränderungen in der Kulturlandschaft sind nicht Bauern schuld, die die Freiräume, die ihnen die Agrarpolitik vorgibt, ausnutzen. Aber auch die Bauern müssen bereit sein, sich zu ändern und auf die Ängste der Menschen Rücksicht nehmen. Zur zweiten Frage: Wir brauchen auch in Zukunft Bauern zur Pflege und Erhaltung einer Vielfalt in der  Landschaft. Das Land, der Kreis oder die Gemeinde wird diese Aufgaben niemals leisten können. 

 

Ich habe ein wenig über die Veränderungen und deren Ursachen in der Landwirtschaft gesagt. Tatsächlich geht es noch um viel mehr. Die allgemeine Fokussierung auf Grundzentren kann nicht das Ziel sein. Der ländliche Raum und seine Bewohner dürfen nicht als vernachlässigbare „Restgröße“ behandelt werden. Im Sinne einer funktionierenden, sozialen Gesellschaft muss der ländliche Raum erhalten werden. Dafür wird noch zu wenig getan.

"Haus der kleinen Forscher" an der Oste

27. 11. 2014. Die neue BUND-Kreisvorsitzende Eleonore Lemke und Osteland-Kulturpreisträger Peter Wortmann haben dazu beigetragen, dass die Schule in Hechthausen jetzt als "Haus der kleinen Forscher" zertifiziert worden ist. Auch Bürgermeister Jan Tiedemann gratulierte, wie dieses Video von Gerd Bertholdt zeigt.

CUX und STD - Hochburgen der Killerkeime?

20. 11. 2014. Auch die Regionalpresse entdeckt heute das Thema Killerkeime. Warum aber das Cuxland deutschlandweit zu den Hochburgen der Krankheitserrreger zählt, gegen die kaum mehr ein Antibiotikum hilft - darüber ist eher etwas in den überregionalen Medien wie der "Zeit" (Video) und dem NDR zu erfahren.

 

Auf ndr.de heisst es unter anderem: "Multiresistente Keime sind offenbar stärker verbreitet und weitaus häufiger tödlich als vielfach angenommen. Medienberichten zufolge rechnen Ärzte bei verstorbenen Patienten mehr als 30.000 Mal jährlich die Behandlung oder Diagnose eines der drei meistverbreiteten resistenten Keime ab, gegen die kein Antibiotikum mehr hilft. Zu diesem Ergebnis kommt ein Rechercheprojekt von Journalisten der "Zeit", "Zeit Online", "Funke-Mediengruppe" und "Correctiv", die Abrechnungsdaten sämtlicher deutscher Krankenhäuser ausgewertet haben. Die Zahl der Infektionstoten liege Experten zufolge weitaus höher als die vom Bundesministerium angegebenen 7.500 bis 15.000.

 

Dessen Sprecherin bezeichnete die offiziellen Zahlen am Donnerstag als korrekt. Die Zahl der Toten, die einen resistenten Erreger in sich tragen, sei nicht gleichzusetzen mit der Zahl der dadurch ausgelösten Todesfälle.

 

Wie es in den Berichten heißt, sind die Statistiken zu resistenten Keimen schwer durchschaubau, viele Fakten werden demnach nicht erfasst. Sicher sei jedoch, dass der größte Teil der Bevölkerung resistente Keime in sich trage. Besonders betroffen seien Menschen, die ständigen Kontakt zu Tieren haben, also Landwirte und Veterinäre - aber auch Menschen, die Eier und Milch direkt auf dem Bauernhof kaufen. Besonders kritisch sei die Situation in von Landwirtschaft und Massentierhaltung geprägten Regionen wie zum Beispiel Niedersachsen. Dort bekommen viele Tiere Antibiotika, durch die sich resistente Keime entwickeln, die wiederum den Besitzer befallen.

 

Den Erkenntnissen zufolge meldet der Landkreis Holzminden so viele Infektionen mit dem resistenten Keim MRSA wie kein anderer in Deutschland. Auch die Nachbarkreise Northeim und Hameln-Pyrmont hätten nach Daten des Robert-Koch-Instituts "ein echtes Problem mit dem Erreger". Die neuen Studien bestätigen Beobachtungen des Leiters des Instituts für Krankenhaushygiene in Oldenburg, Jörg Herrmann, im Rahmen eines EU-Projekts. Hermann zufolge haben die Kliniken besonders in der Ems-Dollart-Region schwer mit multiresistenten Keimen zu kämpfen. Im Nordwesten Niedersachsens habe etwa jeder fünfte multiresistente Keim seinen Ursprung in der Landwirtschaft, in Süddeutschland sei es im Vergleich dazu gerade mal ein Prozent."

 

Das Hamburger Abendblatt meldet: "Wenn man die Verbreitung der bekanntesten Keime MRSA, VRE und ESBL getrennt betrachtet, liegt Hamburg eher im Mittelfeld. Schlechter sieht es im Umland aus. In Stade sind 2013 fast 130 Prozent mehr Patienten wegen resistenter Keime isoliert worden als drei Jahre zuvor."

 

Laut einem Schaubild in der "Zeit" (siehe oben) ist auch das Cuxland überdurchschnittlich stark  betroffen.

 

"Dreist und mächtig"

 

Zur Rolle der schwarz-gelben Agrarlobby in Niedersachsen schreibt die "Zeit" heute: 

 

"Keine Lobby in Deutschland ist so mächtig wie die Agrarlobby. Nirgends sind die Verflechtungen von Industrie und Politik, von Standesvertretung und Markt so dicht und dreist wie in der Landwirtschaft. Und nirgends sind sie so unübersehbar wie in Niedersachsen.


Die bis 2013 amtierende schwarz-gelbe Landesregierung in Hannover hat die Massentierhaltung massiv unterstützt. Bis zum Regierungswechsel sind an die 40 Millionen Euro jährlich allein an Subventionen für neue Ställe in das System geflossen. Das sind die Zahlen des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). »Ein Drittel bis die Hälfte der Investitionen in Massentierhaltung stammten in dieser Zeit aus Steuergeldern«, sagt Reinhild Benning, die Agrarexpertin der Organisation. »Die Lobby wurde über viele Jahre an das Geld gewöhnt.«


Allein im Landkreis Oldenburg flossen zwischen 2009 und 2013 fast sechs Millionen Euro in den Bau neuer Ställe. »Entwicklungen, wie man sie in Niedersachsen zugelassen hat, sind unbeschreiblich«, sagt Wilhelm Priesmeier, Landwirtschaftsexperte der SPD im Bundestag. »Die alte Landesregierung hat dort systematisch die Augen zugemacht.«


Auch die Schlachtereien bekamen großzügige Zuwendungen. Der Massenschlachthof der Firma Rothkötter in Wietze, wo jedes Jahr 135 Millionen Hühner geschlachtet werden können, erhielt zum Bau 2010 mehr als 6,5 Millionen Euro – die größte Subventionssumme, die Schwarz-Gelb in Niedersachsen je für ein einzelnes Unternehmen zu vergeben hatte. 


2010 war auch das Jahr, in dem die Lobby direkt ins Ministerium durchmarschierte: Der damalige CDU-Ministerpräsident Christian Wulff machte ausgerechnet Astrid Grotelüschen zur Landwirtschaftsministerin, eine Frau, die bis dahin für Deutschlands drittgrößte Mastputen-Brüterei mitverantwortlich war, in der jährlich 8,5 Millionen Küken schlüpfen. Ihr Ehemann ist nämlich Gründer der Mastputen-Brüterei Ahlhorn, Jahresumsatz fast 35 Millionen Euro. Vermarkten ließ die Familie ihr Fleisch damals über die Firma Wiesenhof, die kurz vor dem Amtsantritt der Ministerin wegen massiver Tierquälerei in die Schlagzeilen geraten war. Das ARD-Magazin  Report Mainz hatte einen Beitrag ausgestrahlt, in dem Wiesenhof-Mitarbeiter und Beschäftigte einer Fremdfirma Puten ohne Betäubung den Hals umdrehten und vor Schmerz kreischende Hühner in viel zu enge Transportboxen stopften wie Altkleider in einen Müllsack. Ausgerechnet Ministerin Grotelüschen war auch für Tierschutz zuständig. 

 

Als auch noch bekannt wurde, dass in einem der Betriebe, an denen die Grotelüschens Anteile hielten, Tiere unter unvorstellbaren Bedingungen gehalten wurden und Mitarbeiter einer weiteren Firma, in der Grotelüschen als Prokuristin gearbeitet hatte, öffentlich über menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und Dumpinglöhne klagten, trat sie zurück. Doch bis heute macht sie Politik für die CDU – im Bundestag und in der Gemeinde Großenkneten, jener Gemeinde, die in der vergangenen Dekade beispielhaft war für den aberwitzigen Bauboom von Mastställen in Niedersachsen. Großenkneten, 30 Kilometer südlich von Oldenburg, hat 15 000 Einwohner, aber von der dortigen Landwirtschaftskammer genehmigten Platz für 1,2 Millionen Masthühner, 500 000 Legehennen, 80 000 Schweine und 300 000 Puten. Auf jeden Großenknetener kommen also 139 Nutztiere. 

 

Es gibt in dieser Gemeinde wie in vielen Orten Niedersachsens inzwischen eine kritische Masse, die aufsteht gegen den Irrsinn, die Argumente liefert, Beispiele, Zahlen, die Gutachten erstellen lässt und Missstände aufdeckt. Bürgerinitiativen, Tierärzte, ins Grübeln geratene Landwirte."

Vertrauen für Eleonore Lemke

Neue BUND-Chefin Eleonore Lemke (l.) bei einer Wildblumenaktion in Hechthausen

17. 11. 2014. Einer der einflussreichsten Umweltverbände, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), wird im Cuxland seit diesem Dienstag durch eine neue Kreisgruppe vertreten, der Eleonore Lemke (Hechthausen, l.) und Norbert Welker vorstehen. Die zunächst mit der Vertretung betraute frühere Gesellschaft für Natur und Umwelt (GNU) um Georg Ramm (Oederquart) verliert damit nach mehr alds zwei Jahrzehnten die BUND-Vertretungsberechtigung, wie Funktionäre des Landesverbandes in der Gründungsversammlung im Cuxhavener Kulturbistro "KUBI" deutlich machten.

 

Schatzmeister des neu gegründeten Kreisverbandes ist Lutz Böttcher, Beisitzer Uwe Leonhardt. - Hintergründe: siehe Grünes Netz 2014.2 und Grünes Netz 2014.1.

BUND-Neugründung im Cuxhavener "Kubi"
Die Vertreter des GNU um den hochverdienten früheren Stader Kreisnaturschutzbeauftragten, Elbschützer und Moorexperten Georg Ramm -die großenteils gar keine BUND-Mitglieder sind - streben einen Eintritt in den BUND-Landesverband an. Die alte GNU/BUND-Gruppe ist kürzlich der AG Osteland beigetreten.

 

Der seit fast 40 Jahren bestehende BUND umfasst deutschlandweit rund 500.000 Mitglieder

 

Die Stiftung Warentest (11/2013) empfiehlt den Verband als "beispielhaft, transparent und gut organisiert"Mehr...

Anti-Fracking-Ini tagt in Buchholz

17. 11. 2014.  Erstmals seit über einem Jahr trifft sich das Plenum der Bürgerinitiative “Kein Fracking in der Heide“ an diesem Dienstag, 18. November, 19.30 Uhr, wieder in Buchholz (Dibberser Mühle, Zur Alten Mühle 7, 21244 Buchholz-Dibbersen), wo alles angefangen hat. In der Zwischenzeit gab es Treffen in Handeloh, Hanstedt, Tostedt/Oste, Winsen, Maschen und Amelinghausen, zu denen zwischen 70 und 120 Bürger kamen. Jetzt wird es darum gehen, welche Projekte die BI im Jahr 2015 betreiben soll: Bohrschlamm an der Oberen Oste, Kavernen in Sottorf, GdF Suez in Fleestedt und die Versenkung des dort anfallenden Lagerstättenwassers, Raumordnungsplanung, politische Einflussnahme in Berlin und Hannover, Gespräche mit dem LBEG, direkte Aktionen...Der Sprecherrat ist jederzeit offen für Interessierte und alle, die einen Teil übernehmen wollen. 

Frühere Beiträge:

 

Grünes Netz 2014.2

Grünes Netz 2014.1

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