Websites für das Osteland
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Initiativen für den Ländlichen Raum

Landlust, Landliebe, Landleben - es mangelt nicht an Magazinen mit verkitschten Darstellungen des Lebens im ländlichen Raum. In der Rubrik "Landwut - Landmut" beschreiben wir die Realität: den Kampf für die Erhaltung von Dorfladen, Dorfschule, Dorfleben und und und... Tagesaktuelle Informationen zum Thema bietet seit 2013 die Osteland-Gruppe www.facebook.com/landwut. - Texte zum Schulkampf an der Oste (seit 2011) sind hier auffindbar, Beiträge in der Rubrik Landwut der Vorläufer-Website hier: Mai 2014, April 2014, März 2014, Februar 2014, Januar 2014, Dezember 2013, November 2013.

Landräte warnen vor „digitaler Spaltung“

1. 2. 2019. Nach den Sozialdemokraten (siehe Abb.) haben jetzt auch zwei wichtige kommunale Dachorganisationen vor einer digitalen Spaltung Deutschlands gewarnt.

Nachdem von Seiten der CDU dafür plädiert worden war, auf Anschlüsse „bis zur letzten Milchkanne“ zu verzichten, melden sich jetzt der Deutsche Landkreistag (DLT) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) mit der Forderung zu Worte, die Funklöcher im 4G-Netz zu schließen und eine „digitale Spaltung zwischen Stadt und Land beim künftigen 5G-Netz zu verhindern“.

Im Interesse des ländlichen Raums fordern beide ein „Gesamtkonzept zum Mobilfunknetzausbau“. Notwendig sei des Weiteren, „einen Entwicklungspfad aufzuzeigen, wie der Netzausbau gerade für die ländlichen Räume weiter ausgestaltet und ein wirksames und permanentes Monitoring realisiert werden kann“. 

Der Anschluss an leistungsfähige digitale Infrastrukturen wie 5G sei „moderne Daseinsvorsorge“: „So wie niemand in ländlichen Räumen von der Versorgung mit Strom oder Wasser gekappt wird, darf es auch keine digitale Spaltung zwischen Stadt und Land geben.“

Neben dem gesellschaftlichen Zusammenhalt entscheide künftig der Zugang zu schnellem Internet über die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Das betreffe auch den Mittelstand, das Handwerk und die „Hidden Champions“ im ländlichen Raum.

CDU propagiert einen "Funklochmelder"

1. 2. 2019. In Mecklenburg-Vorpommern ist eine Postkarten-Aktion gegen Funklöcher im ländlichen Norden angelaufen, unterstützt von der CDU. Mehr... 

 

Ostefreund Reinhard Lindenberg kommentiert auf Facebook: "Telekommunikation ist Grundversorgung. Sie ist Bundesaufgabe. Der Bund hat die UMTS-Versteigerungsmilliarden eingenommen. Nehmt die Bundestagsabgeordneten in die Pflicht. Alles andere ist Hinhaltetaktik und Augenwischerei!

Neuer Solidarpakt soll Ost und West helfen

29. 1. 2019. Abgehängte Regionen gibt im Osten, aber auch   im Westen Deutschlands. Die SPD plädiert daher für einen heute vorgestellten neuen „Solidarpakt III“ für strukturschwache Regionen in allen Landesteilen. Ziel: „Wirtschaftskraft weiter stärken und gute Arbeit sichern.“

Der Solidarpakt II für zusätzliche Mittel an die Ost-Länder und Berlin läuft 2019 aus. Die SPD will zudem eine Infrastrukturoffensive mit einer 100-Prozent-Versorgung mit schnellem Internet und Mobilfunk auch für den Osten Deutschlands, wie es am Montag in einer Pressekonferenz hiess.

Empörung über „entgleisten“ Bahnpolitiker

28. 1. 2019. Nachdem der Bahn-Beauftragte des Bundes, der CDU-Abgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann, gefordert hat, die Ticketpreise zu erhöhen und Sondertarife einzuschränken, sieht er sich einem Sturm der Entrüstung ausgesetzt - nicht nur in sämtlichen sozialen Medien, sondern auch in der Presse, selbst in seiner Cuxhavener Heimatzeitung CN, die seine „Entgleisung“ kritisiert (siehe Ausschnitt).

Die Süddeutsche Zeitung kommentiert heute: „Die Forderung des Bahnbeauftragten Ferlemann ist falsch: Die Bahn braucht nicht höhere Ticketpreise, sondern ein besseres Angebot - und zwar auf Kosten des Bundes.“

Der Bahnkunden-Verband hat die Forderung Ferlemanns nach höheren Fahrpreisen als "Schnapsidee" kritisiert. Verbandspräsident Gerhard Curth erklärt, er habe die Aussagen Ferlemanns "mit äußerstem Befremden" zur Kenntnis genommen. 

Der Parlamentarische Staatssekretär hatte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) gesagt, es könne nicht der Normalfall sein, für 19 Euro quer durch Deutschland zu fahren.

Hunderte von Bahnkunden weisen nun darauf hin, dass solche Sparpreise die extreme Ausnahme und Bahn-Tickets häufig sogar teurer als Flugtickets im Inland seien. Der Verkehrs-Staatssekretär und das seit über einem Jahrzehnt CSU-geführte Verkehrsministerium seien verantwortlich für das Kaputtsparen der Bahn; die autofixierten Unionspolitiker konterkarierten alle Bemühungen, verstärkt Verkehr von der überlasteten Straße auf die Schiene zu verlagern.

Der Bahnkunden-Verband verweist auf das "Zukunftsbündnis Schiene" im Bundesverkehrsministerium, das sich eine Verdopplung der Fahrgastzahlen zum Ziel gesetzt habe: "Ferlemanns Forderung bewirkt jedoch eher das Gegenteil.“ 

Auch die Grünen haben den Vorstoß Ferlemanns kritisiert und gefordert, stattdessen die Bahn attraktiver zu machen. "Eine Preiserhöhung würde die Entwicklung der Bahn sabotieren." Höhere Preise und schlechtere Angebote würden dazu führen, dass Reisende auf andere Verkehrsmittel umstiegen.

Die Bahn hatte zuletzt zum Fahrplanwechsel Anfang Dezember ihre Fernverkehrspreise für 2019 um durchschnittlich 0,9 Prozent erhöht. Wegen Staus im Schienennetz, Baustellen und Mängeln bei den Fahrzeugen war 2018 im Jahresdurchschnitt jeder vierte Fernzug der Deutschen Bahn zu spät gekommen.

Kommunalfinanzen: Grobe Ungerechtigkeit

Gewürdigt als „Mutmacher“ und „Diamant“

15. 1. 2019. Glückwünsche zum 15. Vereinsgeburtstag erreichen die Gründer der AG Osteland nicht nur aus der Region, sondern auch von Gleichgesinnten jenseits der Landesgrenzen. Zu den Gratulanten im Web zählt einer der namhaftesten Wortführer der neuen deutschen Landbewegung: Walter Helbling (Foto), der im Ostharz laut Mitteldeutscher Zeitung „bekannt wie der sprichwörtlich bunte Hund“ ist. „Seit er über das Bündnis Grundschulen vor Ort die Aktion ‚Sachsen-Anhalt wird bunt’ ins Leben gerufen hat, gilt der gebürtige Schweizer für Minister, Staatssekretäre und Landespolitiker als unnachgiebiger Gesprächspartner“ und der „personifizierte Widerstand“ gegen Schulschließungspläne“.
 
Zum 15-jährigen Kampf der AG Osteland für den entlegenen ländlichen Raum schreibt Helbling auf myheimat.de:
 
"Der ländliche Raum hat es in Zeiten von Europawahlkampf und anstehenden Landtagswahlen wieder einmal auf die Agenda der Bundes- und Landespolitiker geschafft. Dies im Kontrast zur Tatsache, dass eigentlich bundesweit seit Jahren eher von einem Abbau der Infrastrukturen jeglicher Art  in den genannten Gebieten gesprochen werden muss. Was passiert, wenn Bürgerinnen und Bürger sich gegen diesen verordneten Abbau stemmen, sei hier am Beispiel der Arbeitsgemeinschaft Osteland kurz dargestellt.
 
Vor 15 Jahren sassen im kleinen Örtchen Osten bei Hemmoor interessierte Menschen zusammen und beschlossen, die Arbeitsgemeinschaft Osteland zu gründen. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches. Speziell bei dieser Gründung war jedoch, dass von Anfang an nicht der einzelne Ort, sondern die Bedeutung der Region im Vordergrund stand.
 
Ein beeindruckender Leistungsbeweis: Was in dieser Zeit, initiiert durch die Arbeitsgemeinschaft, auf den Weg gebracht wurde, dürfte einmalig sein:
  • Dank intensivster Öffentlichkeitsarbeit auf allen Kanälen rückte diese eher vergessene Region zwischen Hamburg und Cuxhaven immer mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.
  • Für jedes Projekt eine neue Gruppierung: Unter dem Dach der AG Osteland bzw. unter der Verantwortung von aktiven Osteland-Mitgliedern entstanden verschiedenste Arbeitsgruppen, Genossenschaften, teilweise sogar Firmen, welche ganz tolle Regionalprojekte nicht nur einforderten, sondern unter Einbezug der Bevölkerung auch gleich umsetzten. Alle untereinander gut vernetzt!
  • Bemerkenswert dabei ist das Spektrum: Von Jugendarbeit mit einem Segelkutter, Aufgabenhilfe und Arbeitsgruppen als Tagesangebot der örtlichen Schule, einem reichhaltigen Freizeitangebot inklusive monatlich stattfindendem öffentlichen Bürgerstammtisch  bis hin zu Lobbyarbeit mit dem Ziel, Kultur- und Landschaftsgüter zu zertifizieren und unter Schutz zu stellen. 
  • Als 2014 die öffentliche Grundschule Oberndorf gegen den Willen der Bevölkerung geschlossen wurde, entstand die nächste Initiative, welche es fertig brachte, innerhalb von 4 Jahren diese Schule durch einen freien Schulträger mit neuem Leben zu erfüllen. Leer war das Gebäude nie, denn nachmittags wurde durch den Verein weiterhin ein vielfältiges Lern- und Freizeitangebot bereit gestellt.
 
2012 war ich in Osten zu Besuch und erschlagen von so viel Engagement und Ideen. Seither habe ich das weiter verfolgt. Nun könnte ich seitenlang weiter schreiben über diese Aktivitäten, jede, einzeln betrachtet ein kleiner Diamant.  Das würde zu weit führen.
 
Als Mutmacher für alle, welche sich ehrenamtlich im ländlichen Raum für solche Ideen engagieren oder interessieren, setze ich einige Links, hier können Sie sich informieren zu dieser tollen Erfolgsgeschichte.
 
Herzliche Gratulation zum 15-jährigen Bestehen und Respekt vor so viel Engagement! Verweisende Links:
 
 
 
 
 
und ja... über eine eigene Seite (Landwut) mischt sich die Osteland AG durchaus in die politische Diskussion ein und betreibt Meinungsbildung. Wer soviel liefert, darf auch fordern." 

Gründung der AG Osteland am 13. 1. 2004 im Hotel Fährkrug in Osten

In den Dörfern sterben die Sparklubs

ZDF-Film: Landwut schafft Protestwähler

19. 12. 2018. Der am Dienstag ausgestrahlte ZDF-Film "Stadt, Land, Schluss?“ ist noch ein Jahr lang in der Mediathek abrufbar. Der Sender teilt über den höchst sehenswerten Beitrag mit: 

 
Digitalisierung, Strukturwandel, Flüchtlingspolitik, die demografische Entwicklung - viele Bürger haben das Gefühl, die Politik verspricht viel, hat aber keine Lösungen mehr parat.

Reporter des ZDF-Magazins "Frontal 21" sind quer durchs Land gefahren: an die Küste, in den Ruhrpott, den Hunsrück, die Oberpfalz und in den Osten.

Sie haben sich dort umgeschaut, wo Einwanderer manchmal den einzigen Bevölkerungszuwachs bilden, es nicht mehr genügend Fachkräfte gibt, wo Internet und Handy noch immer nicht funktionieren und dahin, wo es demnächst nicht mal mehr einen Arzt, einen Bäcker oder eine Kneipe gibt. Überall haben sie gefragt: Wie überleben diese Orte, was ist hier schiefgelaufen, und was soll sich ändern? Dabei zeigt sich: Für manche Gemeinde kommt jede Hilfe zu spät. Doch erstaunlich viele Bürger und Bürgermeister vor Ort verlassen sich nicht länger auf die Politik in Berlin, sondern packen einfach selbst an.

So wird mancherorts in Eigeninitiative wieder ein Dorfladen gestemmt, damit auch ältere, weniger mobile Bürger ihre Einkäufe selbstständig erledigen können. Oder der Bürgermeister beschafft Zuschüsse von der Landesregierung, um ein verfallenes Gemäuer im Ortskern zu einem Gesundheitszentrum umbauen zu lassen. Doch solchem Improvisationstalent stehen oftmals Bürokratie und Unverständnis auf Seiten der Behörden gegenüber.

Fast 70 Prozent der Deutschen leben in Städten mit weniger als 100 000 Einwohnern oder sogar gleich auf dem Land - und die haben ganz andere Sorgen als die großen Metropolen. Der ländliche Raum hat zwischen den Jahren 2000 und 2015 fast fünf Prozent seiner Bevölkerung verloren. Bis 2030 könnte sich die Bevölkerungszahl in einigen Regionen um bis zu 20 Prozent verringern. Sie verlieren ihre Einwohner an die Großstädte. 

Vor allem die Jungen zieht es dorthin – für den Job oder die Liebe, das Studium, die Ausbildung oder ein besseres Freizeitangebot. Zurück bleiben die Alten - dort, wo es schon lange keinen Arzt mehr und noch immer keine Pflegedienste gibt, das Handy nur an bestimmten Ecken Empfang hat, der Zug gar nicht und der Bus nur unregelmäßig fährt, eine Schule nicht mehr lohnt oder Geschäfte längst geschlossen sind. Zwar positionierte sich die Bundesregierung direkt nach der Wahl 2017 gegen die wachsende Ungleichheit zwischen Stadt und Land.
 
Bundesheimatminister Horst Seehofer (CSU) richtete sogar eigens eine Kommission für den ländlichen Raum ein. Das Ziel: gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Deutschland. Doch was folgte, waren Bemerkungen wie die von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU), wonach ein 5G-Mobilfunknetz für schnelles Internet nicht an jeder Milchkanne erforderlich sei.

Dabei ist der Zusammenhang zwischen ökonomischem oder sozialem Abstieg einer Region und der individuellen Wahlentscheidung der Menschen eindeutig nachgewiesen. Verlierer der Globalisierung vor allem auf dem Land veränderten zum Beispiel in Großbritannien und in den USA die politische Landschaft. Abgehängte Bürger neigten stärker zum EU-Ausstieg und zum Nationalismus eines Präsidenten Trump. Nach der Bundestagswahl 2017 wurde deutlich: Verunsicherung und Angst vor dem sozialen Abstieg spielten für das Wahlverhalten eine entscheidende Rolle. Aus verunsicherten und frustrierten Bürgern wurden auch in Deutschland Protestwähler.

Gelbwesten: Aufstand der Peripherie

17. 12. 2018. Der Aufstand der „Gelbwesten“ ist vor allem ein Aufstand der vernachlässigten (nicht nur ländlichen) Peripherie, wie diese Analyse zeigt: „Der Demograf Hervé Le Bras kam zum Schluss, dass die Gelbwesten am stärksten aktiv sind in der «Diagonale der Leere», einem schräg von Nordosten nach Südwesten durch das Zentrum Frankreichs führenden Korridor, der kaum urbane Zentren umfasst, dünn besiedelt ist und über eine schlechte Infrastruktur verfügt. Laut Le Bras spielt der Stadt-Land-Gegensatz die Schlüsselrolle. Die Revolte sei die Reaktion der strukturschwachen Gebiete, die von den urbanen Zentren längst hoffnungslos abgehängt worden seien und wo Krankenhäuser und Schulen geschlossen würden.

Andere Kommentatoren entwickeln einen weiter gefassten Begriff der Peripherie. Schon 2014 hat der Politgeograf Christophe Guilluy unter dem Titel «La France périphérique. Comment on a sacrifié les classes populaires» (Das Frankreich der Peripherie. Wie wir die Unterschichten zerstört haben) einen Aufsehen erregenden Bestseller publiziert und die Soziologenzunft kräftig aufgemischt. Diese «Peripherie» umfasst auch die Grossagglomerationen der Städte, in denen sich schwächer verdienende Arbeitnehmer mit langen Arbeitswegen konzentrieren, die auf ihr Fahrzeug angewiesen sind. Die geplante Ökosteuer auf Benzin und Diesel hat diese Bürger nicht weniger empfindlich getroffen als die Landbevölkerung.“

Versorgungsgrad nur „auf dem Papier“

30.11. 2018. Seit vielen Jahren warnt auch unsere "Landwut"-Website vor der Gefahr zunehmenden Landärztemangels. Mittlerweile ist das Problem hochakut und auf dem Weg, massiv ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Im Elbe-Weser-Dreieck macht es seit Tagen Schlagzeilen. Bereits gestern hatte die Lokalpresse im Cux- und Osteland darauf hingewiesen, dass die offiziellen, zum Teil noch positiven Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung zum Versorgungsgrad zum Beispiel rund um Hemmoor (siehe Abb.) teilweise nur auf dem Papier stehen, so NEZ-Redakteurin Wiebke Kramp in ihrer aktuellen Serie zu den tatsächlichen Auswirkungen des Ärztemangels im ländlichen Raum.

 

Bestürzende Beiträge zum Thema aus dem CN/NEZ-Leserforum stehen hier.

Trafokünstler helfen dem ländlichen Raum

30. 11. 2018. Nur wenige Entwicklungen haben in den letzten Jahren das Bild des ansonsten vernachlässigten ländlichen Raums so positiv verändert wie die - öffentlich noch kaum hinreichend gewürdigten - Trafokunst-Aktion der Energiewirtschaft (Fotos: Bölsche). 

 

Das Versorgungsunternehmen Avacon hat in den letzten Jahren rund 400 dörfliche Trafostationen in Norddeutschland von der Potsdamer Gruppe artefx mit lokal abgestimmten Motiven versehen lassen. Einige der schönsten zeigt ein neuer Kalender mit dem Titel „Buntes Netz 2019“. Viele der Kunstwerke sind auch auf Instagram unter dem Hashtag #trafokunst zu bewundern. 

 

Alles über die Aktion, deren Bedeutung für die Entwicklung von Selbstwertgefühl, Heimatsinn und Ortsbild in den „remote rural regions“ gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, steht hier

 

Unsere Fotos entstanden an der Deutschen Fährstraße in Osterrönfeld, Beidenfleth und Eggstedt (Schleswig-Holstein).

Tiefe deutsche Sehnsucht nach dem Landleben

30. 11. 2018. „Obwohl ... die Lebensverhältnisse in abgelegenen Gebieten Deutschlands viel schlechter sind, gibt es in der Bevölkerung eine tiefe Sehnsucht nach dem Landleben. Befragt nach ihrem Wunschort sagen 44 Prozent der Deutschen, dass sie von einem Leben in einem kleinen Dorf auf dem Land träumen. Weitere 39 Prozent möchten gern in einer kleineren Stadt wohnen. Nur 16 Prozent der Deutschen bevorzugen die Großstadt.“ Hier wird die Studie vorgestellt.

Kehdingen: Protest gegen Schneckentempo

1. 10. 2018. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich im Mai vorigen Jahres in einer Rede auf dem Tag der Deutschen Industrie zum Thema Breitbandausbau wörtlich so geäußert. "2018 soll es 50 Megabit pro Sekunde für jeden Haushalt geben. Das ist schön und gut, und das werden wir auch schaffen.“ Nachdem dieses Versprechen vielerorts im ländlichen Bereich nicht eingehalten worden ist, wächst jetzt auch in Kehdingen Protest gegen das Schneckentempo im Netz. Mit diesem Transparent an einer Hausfassade in Freiburg/Elbe macht ein Internetnutzer seinem Unmut über das gebrochene Versprechen Luft (Foto: Bölsche). 

Trafokunst schmückt den ländlichen Raum

19. 9. 2018. Rundballen- und Trafokunst: Das waren in den letzten Jahren die einzigen positiven Entwicklungen in weiten Teilen der vernachlässigten „remote rural regions“. Unsere Aufnahme aus Haale unweit des NOK und der Deutschen Fährstraße vereint beide Elemente (Foo: Bölsche).

CDU bremst Bürgerbus an der Oste aus

18. 9. 2018. Allein in Niedersachsen schließen bereits 50 ehrenamtlich betriebene „Bürgerbusse“ Versorgungslücken im ländlichen Raum, unter anderem in Oldendorf und Himmelpforten, wo der „Bürgerbus Osteland“ mit dem Kulturpreis Goldener Hecht ausgezeichnet worden ist. 

 

Der Zeitplan für eine ähnliche Initiative in Hemmoor und Lamstedt, vorangetrieben unter anderem vom Hechthausener Ostefreund und Bürgermeister Jan Tiedemann (Foto: Bölsche), muss jetzt erst einmal zu den Akten gelegt werden: Im Finanzausschuss der Samtgemeinde Hemmoor haben CDU und Bürgerforum die Beschlussfassung über einen entsprechenden Förderantrag verschoben – „aus fadenscheinigen Gründen“, wie die Niederelbe-Zeitung am Wochenende analysierte. 

 

Kommentator Egbert Schröder appelliert an CDU und Bürgerforum, im Interesse der Sache die Parteibrille abzusetzen: „Kommt mal wieder raus aus der Schmollecke. Dazu ist das Projekt zu wichtig.“ - Mehr zum Thema: www.buergerbus-osteland.de

Endlich "moderne Zeiten" für Hadeln

CN / NEZ, 6. 9. 2018

BI Haaßel: „Der Wahnsinn geht weiter“

6. 9. 2018. Wie Bernd Borchers von der Bürgerinitiative Haaßel mitteilt, wurde in der Sitzung des ROW-Kreistags-Umweltausschusses am 29. August verkündet, dass die Firma Kriete Kaltrecycling GmbH beabsichtigt, kurzfristig Unterlagen für ein Planergänzungsverfahren für den Deponiebau in Haaßel beim Gewerbeaufsichtsamt vorzulegen: „Nun geht der Wahnsinn also weiter. Und das, obwohl das Oberverwaltungsgericht Lüneburg die Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit des betroffenen Gebietes festgestellt hat und alle Kreistagsfraktionen mit ihrem einstimmigen Abstimmungsverhalten im Umweltausschuss verdeutlicht haben, dass sie sich ein bestandskräftiges Naturschutzgebiet „Haaßeler Bruch“ wünschen. 

 

Die einheitlich ablehnende Haltung zur Deponieplanung der Gemeinden Anderlingen und Selsingen und der Samtgemeinde Selsingen wurde durch ihre Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss hinlänglich dokumentiert. 

 

Nun geht der Kampf gegen eine 30 Meter hohe Deponie in einem schutzbedürftigen Naturraum also weiter. Und das lediglich, weil das Gewinnstreben Einzelner anscheinend wichtiger ist als Naturschutz und der Wille der Allgemeinheit. 

 

Die Bürgerinitiative gegen die geplante Deponie in Haaßel wird nun wieder jede fachliche, moralische und finanzielle Unterstützung benötigen. Gemeinsam haben wir eine Chance, diesen Wahnsinn zu beenden.“

 

Ostefreund Volker Kullik kommentiert auf Facebook: "Nicht nur die Schutzwürdigkeit des Areals ist festgestellt, sondern auch die fehlende Prüfung von Alternativstandorten. Es ist zu befürchten, dass jetzt lediglich Pseudoalternativen pro forma nachgeliefert werden. Das Verfahren beschädigt weiterhin massiv das Vertrauen in die Unabhängigkeit und die Glaubwürdigkeit beteiligter Behörden und Institutionen!"

Weitere Beiträge auf LANDWUT 2018.1 sowie Links in der rechten Spalte.

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