Websites für das Osteland
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Landwut - Landmut

Initiativen für den Ländlichen Raum

Landlust, Landliebe, Landleben - es mangelt nicht an Magazinen mit verkitschten Darstellungen des Lebens im ländlichen Raum. In der Rubrik "Landwut - Landmut" beschreiben wir die Realität: den Kampf für die Erhaltung von Dorfladen, Dorfschule, Dorfleben und und und... Tagesaktuelle Informationen zum Thema bietet seit 2013 die Osteland-Gruppe www.facebook.com/landwut. - Texte zum Schulkampf an der Oste (seit 2011) sind hier auffindbar, Beiträge in der Rubrik Landwut der Vorläufer-Website hier: Mai 2014, April 2014, März 2014, Februar 2014, Januar 2014, Dezember 2013, November 2013.

Stadt-Land-Divergenz zu lange vernachlässigt

17. 11. 20117. „Steinmeier räumt ein, dass die Divergenzen zwischen Stadt und Land lange vernachlässigt wurden. „Ich bin in einem kleinen Dorf geboren“, sagt der Bundespräsident und macht klar, dass er mit den Kümmernissen vertraut ist: „Ich weiß, was das bedeutet.“ Ja, Ärztemangel, Öffentlicher Nahverkehr, weniger kulturelle Angebote - ein Leben auf dem Lande bedeute viel Ehrgeiz und Idealismus. Es bedürfe aber auch viel Unterstützung, um es lebenswert zu erhalten.“ (Quelle). 

 

Mehr zum Thema: 

 

Cuxland braucht einen zweiten Bücherbus

10. 11. 2017.  Angesichts des derzeitigen finanziellen Spielraums und der Notwendigkeit, den ländlichen Raum verstärkt zu fördern, plädiert NEZ-Redakteur Egbert Schröder für die Beschaffung eines zweiten Bücherbusses durch den Landkreis Cuxhaven. Wegen der Überlastung des bisherigen Busses mussten bereits Haltestellen gestrichen und Haltezeiten gekürzt werden. Siehe > Die NEZ zum Thema zweiter Bücherbus
 
Ostefreundin Sabine Wist kommentiert: "Ein zweiter Bücherbus wäre eine gute Investition in die Zukunft. Diesen Gedanken kann ich sehr wohl unterstützen. Gerade noch letzte Woche war ich mit meinen Kindern im Bücherbus und es macht sich bemerkbar wie ausgelastet der Bus ist - Haltestellen werden nicht mehr alle bedient, eine Vorbestellung in gewohnter Weise lässt sich auch nicht mehr abbilden. Dieses Produkt Bücherbus wird in unserer SG Hemmoor sehr gut angenommen.Der Bus ist an seinen Haltestellen wahrhaftig voll. Bestimmte Schulen werden angefahren aber es würden auch noch weitaus mehr Einrichtungen daran teilhaben, wie ich vor Ort erfahren habe. Ich erachte den Bücherbus als sehr kostbar, denn die nächste öffentliche Bücherei ist für uns in fast 30 km Entfernung (Otterndorf) zu finden. Eine mobile Einrichtung vor Ort ist ein wichtiger Beitrag zur Bildung unserer Jüngsten. Kinder müssen gerade in der Zeit der Digitalisierung in ihrer Lesekompetenz unterstützt werden, dazu gehört auch die schöne Zeit der Bilderbücher und des Vorlesens. Diese wertvollen Erfahrungen habe ich selbst als Mutter machen dürfen, denn es war stets bereichernd, wenn die Kinder in ihren jüngsten Jahren eine Auswahl aus dem vielfältigen Angebot mit nach Hause brachten."
 
17. 11. 2017. Der Antrag wurde wegen der mit dem zweiten Bus verbundenen Personalkosten zunächst vertagt.

Tagung zur Zukunft der Dörfer fällt aus

17. 11. 2017. Die in Oberndorf geplante Veranstaltung "Dein Dorf gestalten? - Mach's doch einfach!“ der Initiative "Dörfer im Aufbruch"(s. u.)  fällt aus. Grund ist, wie die Veranstalter mitteilen, eine "zu geringer Teilnahmezahl“.

 

1. 11. 2017. "Dein Dorf GESTALTEN? – Mach’s doch einfach! Gemeinsam Lernen von denen, die es schon tun“ ist Thema einer Tagung am 24. und 25. November 2017 in der (ehemaligen) Schule in Oberndorf/Oste, Bahnhofstraße 26a, veranstaltet von "Dörfer im Aufbruch“ im Rahmen des Modellprojektes „Ermächtigung zur Demokratisierung von Dörfern“ im Bundesprogramm „Demokratie leben!“. 

 

Im Programm heißt es: "Wenn Du die Zukunft Deines Dorfes selbst in die Hand nehmen willst und bereit dazu bist, Veränderungsprozesse anzustoßen oder zu gestalten, dann ist diese Tagung genau das Richtige für Dich! In Oberndorf hast Du ausreichend Gelegenheit von der Praxis für die Praxis zu lernen: Es stehen Ideen, Konzepte und Handlungshilfen im Fokus, die bereits umgesetzt und erprobt sind. 


Der Tagungsort Oberndorf wurde bewusst gewählt, um den Austausch und das „Voneinander Lernen“ an einem innovativem Beispiel erlebbar aufzuzeigen."

PROGRAMM-ABLAUF

Freitag

18.00 Uhr Anreise und kleiner Willkommens-Imbiss

19.00 Uhr Dokumentarfilm: „Von Bananenbäumen träumen“ 

21.00 Uhr Moderiertes Abendessen mit den Machern aus dem Dokumentarfilm im Peters – Das Genusshotel in der Wingst, ein kulinarischer Marktplatz mit regionalen Spezialitäten in verschiedenen Räumen

Samstag

9.00 Uhr Motivierender Tageseinstieg

Teilnehmende aus einem Dorf gestalten ein Ortseingangsschild mit drei Punkten, die ihren Ort innovativ machen und markieren ihr Dorf auf einer Landkarte – daraus entwickelt die Grafikerin Julia Both von 123 comics ein eigenes Logo für das jeweilige Dorf

9.30 Uhr Ein kurzer Gedankenanstoß: „Veränderungen im Dorf nachhaltig GESTALTEN“ – ein Impuls von und mit Monia Ben Larbi (Gesellschaftsgestalterin)

10.00 Uhr ICH-Zeit: Meine Fragen und persönliche Notizen - Was für mich und mein Dorf daraus folgt, was wichtig wäre zu GESTALTEN

Teilnehmende erhalten ein persönliches „Tagebuch“ für Notizen, dass entsprechend des Programmablaufes gestaltet ist und Reflexionsfragen auf einem Lesezeichen beinhaltet

10.30 Uhr Kleine Kaffee-Pause und Zeit zum weiteren Kennenlernen und Austausch

11.00 Uhr Was macht ein Dorf zum Dorf im Aufbruch? – Vorstellung und interaktive Diskussionsrunde von vier Beispielen aus Deutschland

Die Gesprächsrunde erfolgt mit der Methode „Fish-Bowl“ – die Beispieldörfer werden interviewt und anhand von drei aussagekräftigen Fotos vorgestellt

12.00 Uhr Mittagessen und Filmbox „Voneinander Lernen“

Teilnehmende geben Tipps zum Umgang mit herausfordernden Situationen im Dorf aus eigenen Erfahrungen

13.30 Uhr WIR-Zeit: „Voneinander Lernen“ - 4 Räume - 4 Dialoggruppen – jeweils 3 Fragen

Die jeweiligen Gruppen diskutieren folgende Fragestellungen: 

- Wie erfolgt Veränderung im Dorf? – Wie komme ich vom Problem zur Lösung?
- Wie gewinne ich Mitstreiter_innen?
- Was hilft dabei, motiviert dranzubleiben und durchzuhalten?

WIR-Zeit-ZUERST: 13.30 Uhr bis 14.15 Uhr
WIR-Zeit-DANACH: 14.30 Uhr bis 15.15 Uhr (neue Gruppen)

15.30 Uhr Abschluss und Verabschiedungs-Kuchen

Anschließend erfolgt die Abreise oder für Interessierte ein begleiteter Rundgang durch Oberndorf/Oste.

Teilnahme-Gebühr (ohne Übernachtung): 38,00 Euro
Teilnahme-Gebühr (Übernachtung im DZ): 97,00 Euro
Teilnahme-Gebühr (Übernachtung im EZ): 117,00 Euro

Anmeldungen: http://kurzelinks.de/social-dorf-gestalten

Landleben: Der Hass der Zurückgelassenen

1. 11. 2017. Die Zeitschrift „Freitag“ schreibt unter dem Titel „Die Zurückgebliebenen“: „...Besonderheiten ostdeutscher Mentalitäten bilden den psychischen Nährboden für eine stärkere Aggressionsbereitschaft gegenüber Fremden wie auch eine größere Toleranz gegenüber fremdenfeindlicher Gewalt. Sie können allerdings nicht hinreichend erklären, warum es in den letzten Jahren zu einem Anstieg der Gewalt gegen Fremde gekommen ist. Man muss wissen, dass im Osten Deutschlands die soziale Deprivation – Armut, prekäre Lebenslagen und soziale Abstiege – tatsächlich viel größer ist als im Westen Deutschlands.

 

Nicht nur die Arbeitsplätze, nahezu alle gesellschaftlichen Bindekräfte haben sich aus dem Gesellschaftskörper zurückgezogen. Dies zeigt sich vor allem in Sachsen, wo das Kollektiv viel zählte und wo Heimatgefühle und Traditionen bis heute eine große Rolle spielen. Fast eine Million Menschen haben das Land seit 1990 verlassen. Schulen, Läden und Arztpraxen müssen schließen. Häuserzüge verwaisen und Dörfer werden zu Geisterstätten. Zurück bleiben oft nur die Alten, die Sozialhilfeempfänger und diejenigen, die sich im Westen keine Zukunft erhoffen. Die Rückkehr der Wölfe ist nur ein Symbol des Prozesses, der im Amtsdeutsch treffenderweise auch als Renaturalisierung bezeichnet wird.

 

Die Gebliebenen fragen sich, was aus ihnen wird. Sie fühlen sich von den politischen Autoritäten verlassen, lieber – so die Meinung – kümmern die sich um die Flüchtlinge. Das Gefühl der Vernachlässigung wird noch dadurch bestärkt, dass das Land nach der Wende in Windeseile durch Westeliten überschichtet worden ist, welche die wichtigsten Ämter in der Verwaltung, in Universitäten und Krankenhäusern, besetzen. Diese neuen Eliten sind weitgehend unter sich geblieben. Gefühle der Unterlegenheit und der Fremdheit im eigenen Land kamen auf. Man muss es deutlich sagen: Das Problem sind nicht die Asylbewerber, das Problem liegt vielmehr darin, dass viele Menschen das Gefühl haben, die Kontrolle über ihr gemeinsames Leben zu verlieren und in der Politik keine Resonanz für ihre Sorgen zu finden. Die schwache Wahlbeteiligung wie auch die Gewalttaten gegen Fremde sind dann wie verzweifelte Hilferufe, „von denen da oben“ wahrgenommen zu werden….“ Weiterlesen… 

„Bild“ entdeckt "Land-Frust“ - 10 Jahre zu spät

28. 10. 2017. Nahezu gleichzeitig entdecken plötzlich überall im Westen Großstadt-Medien die zuvor beharrlich ignorierten oder beschönigten Nöte des abgelegenen ländlichen Raums. Seit Trumps Wahlsieg widmet sich die New York Times dem Schicksal der Abgehängten in den „fly-over-states“. Seit dem Brexit-Votum interessiert sich London für seine schwächelnden Provinzen. Seit dem Rechten-Vormarsch in der Bundesrepublik lässt ein eigens eingerichtetes neues Ressort der Hamburger „Zeit“ Reporter nach „Dunkeldeutschland“ ausschwärmen.

Allmählich scheinen die Verantwortlichen zu begreifen: Nicht nur die ungeregelte Zuwanderung sorgt für Volkszorn, sondern auch - mancherorts mehr noch - die Gewissheit, dass die „gleichwertigen Lebensverhältnisse“ zwischen Stadt und Land nur auf dem Papier des Grundgesetzes stehen.

An diesem Wochenende hat nun auch die Bild-Zeitung den „großen Land-Frust“ entdeckt. Während die Berliner Jamaika-Parteien über ein „Heimatministerium“ als Trostpflaster für die Landbevölkerung verhandeln, enthüllt die „Bild“-Schlagzeile die „bittere Wahrheit über das Leben auf dem Land“: Dort „fehlen immer mehr Schulen, Ärzte, Feuerwehren...“

Dabei ist nichts davon neu. Wer es wissen will, kann es seit mehr als zehn Jahren wissen: dass sich in Deutschland der ländliche Raum in einen "Ozean von Armut und Demenz"  und in eine „soziale Zeitbombe“ zu verwandeln drohe, wie es 2006 in der fünfteiligen SPIEGEL-online-Serie „Verlassenes Land, verlorenes Land“ hiess.

 

Teil 1: Verlassenes Land, verlorenes Land


Teil 2: Keine Zukunft für die Kuhzunft

Teil 3: Polinnen als letzte Hoffnung

Teil 4: Lockruf der Leere

Teil 5: Diät für den Speckgürtel

Und fast ebenso lange war absehbar, dass die Mahnungen verhallten und der Niedergang des ländlichen Raums von einem „Kartell der Parteien tabuisiert“ wurde: „Der Abwärtstrend nimmt seinen Lauf,“ hieß es 2012 im Vorspann zum E-Book „Raum ohne Volk“.

Jetzt, da der Mainstream in Politik und Medien mit fataler Verspätung die „remote rural regions“ zu entdecken beginnt, bleibt die zaghafte Hoffnung, dass die Entwicklung mancherorts noch gebremst werden kann - obwohl so viel schon zerstört worden ist, obwohl so viele Dorfschulen, Dorfläden und Dorfgasthöfe, so viele Bank-, Post und Verwaltungsfilalen bereits verschwunden sind.

Und doch gibt es - auch an der Oste - Dörfer im Aufbruch, die zeigen, dass Gegenwehr möglich ist, wenn Landwut Landmut gebiert - seit 4 Jahren Thema dieser Website "Landwut, Landmut" und der entsprechenden Facebook-Seite

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