Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V.
Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V.

Silbernes Netz für graue Riesen

Die Wiederansiedlung von Stör, Lachs und Meerforelle ist Ziel der 7700 Sportfischer an der Oste und der Arge Wanderfische Oste, die seit Ende 2011 der AG Osteland angehört und auch "Silbernes Netz" genannt wird. Schwerpunkte: ein Stördenkmal in Oberndorf, eine von der AG Osteland gestaltete Stör-Ausstellung, Info-Abende ("Kaviarnächte"), Stör-Besatzaktionen und Einsatz für die Biotopverbesserung. Dutzende älterer Beiträge stehen unter wanderfische.oste.de, neue unter oste-stoer.de.

Osteland trauert um Lachsvater Ernst Peters

1. 12. 2015. "Lachsvater" Ernst Peters aus Zeven, der Oste-Preisträger und Mitgründer der Osteland-Fachgruppe Wanderfische, ist im Alter von 86 Jahren verstorben, nur wenige Wochen nachdem er bei offensichtlich bester Gesundheit den Niedersächsischen Ehrenamtspreis der Bingo-Umweltstiftung verliehen bekam (siehe übernächsten Text). "Mit Ernst verlieren wir einen großartigen Menschen und engagierten Kämpfer für den Natur- und Artenschutz an der Oste. Vor allem die erfolgreiche Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle ist eng mit seinem Wirken verbunden," erklärt Ralf Gerken vom Landessportfischerverband.

 

In der EU-Wasserrahmenrichtlinien-Gebietskooperation Oste hat Ernst Peters die Interessen der Angelfischerei und des Fischartenschutzes. In dieser Tätigkeit hat er zahlreiche Maßnahmen zur Strukturverbesserung und  Renaturierung der Oste und Nebenflüsse  angeschoben und begleitet. Auch der Gewässerentwicklungsplan Obere Oste wurde mit fachkundiger Mitwirkung von Ernst Peters erstellt. Sein Verhandlungsgeschick oder - wie der Spiegel (35/2000) meinte – „die Dickschädeligkeit“  eines „sturmfesten Niedersachsen“ hat dabei in vielen Fällen geholfen, Widerstände vor Ort aufzubrechen und Handlungspotentiale bei Angelvereinen und dem Unterhaltungsverband zu erschließen.

 

Dank der Tätigkeit von Ernst Peters wurden so in den letzten Jahren viele Wanderhindernisse in der oberen Oste zu Sohlgleiten umgebaut und viele Laichplätze für Lachs, Meerforelle und Flussneunauge geschaffen. Parallel führte Ernst Peters von 1980 bis 2015 35 Jahre lang als Vorsitzender die Besatzgemeinschaft Oste 1 an.

Oste-Symbol Hecht ist Fisch des Jahres

13. 10. 2015. Zum Fisch des Jahres 2016 haben mehrere Fachverbände den Hecht gekürt. Nach dem diesjährigen Fisch des Jahres, dem Stör, ist die Wahl damit zum zweiten Mal auf eine Fischart gefallen, die der Oste engstens verbunden ist.

 

Als Thema eines Bilderbuchs ("Jonni Hecht"), eines Marionettenstücks und eines Liedes ("De Hero vun de Oost"), als Gegenstand einer Sage ("Der Hecht mit der goldenen Krone"), als Motiv des Dorfbrunnens und des Gemeindewappens von Hechthausen sowie als Vorbild des Osteland-Kulturpreises "Goldener Hecht" ist dieser Fisch zu einem Symbol der Oste geworden - ganz ähnlich wie der Stör, dessen Wiederansiedlung in der Oste weiter gediehen ist als anderswo in Deutschland und an den unter anderem das schwimmende Stördenkmal in Oberndorf erinnert. 

 

Ausführliche Begründung der Hecht-Wahl auf der Website des Deutschen Angelfischer-Verbandes.

"Lachsvater der Oste" geehrt

Minister Wenzel mit Gerner, Peters und Schüppel; rechts Sigrid Rakow (bednarek photography)

9. 10. 2015. Einer der renommiertesten Gewässer- und Fischartenschützer Niedersachsens ist in Hannover für sein Lebenswerk geehrt worden: Der 84-jährige  Ernst Peters (Foto M.) aus Zeven, der „Lachsvater von der Oste“, wurde von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung mit dem Sonderpreis des niedersächsischen Ehrenamtspreises ausgezeichnet.  

 

Heute hat die Oste – auch dank des „Lachsvaters“ Peters – mit geschätzten 500 bis 600 Laichtieren den vermutlich größten Lachsbestand aller Flüsse Deutschlands. , nachdem der Fisch hier vor einem halben Jahrhundert ausgestorben war.

 

Seit Anbeginn ist Peters auch aktiv im Arbeitskreis Wanderfische der AG Osteland (Silbernes Netz Oste).

 

Lesen Sie dazu bitte das Peters-Porträt in der Rotenburger Rundschau.

 

Die Ehrungen wurden vom Niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel und der Vorsitzenden der Landesstiftung, Sigrid Rakow, vorgenommen. Vor allem Gewässerschützer aus zahlreichen Angelvereinen in Niedersachsen waren für den Preis nominiert worden.

 

„Dank des tatkräftigen Engagements vieler Ehrenamtlicher im Naturschutz haben sich die Bestände zahlreicher Arten in den letzten Jahren positiv entwickelt“, so Umweltminister Wenzel. „Mit der heutigen Preisverleihung zeigen wir, dass diese Arbeit anerkannt und wertgeschätzt wird.“

 

Sigrid Rakow würdigte in Ihrer Laudatio ausführlich das Engagement von Ernst Peters, der sich in über 55 Jahren (!) ehrenamtlicher Tätigkeit, u.a. als Vositzender der Besatzgemeinschaft Oste und Artenschutzbeauftragter des Landessportfischerverbandes, wie kaum ein anderer Angler in Niedersachsen in herausragender Weise um den Fließgewässer- und Fischartenschutz verdient gemacht hat.

 

Es sei insbesondere sein Verdienst, dass  in der  Oste und ihren zahlreichen Nebenflüssen der einst ausgestorbene Atlantische Lachs wieder heimisch geworden ist und der Fluss inzwischen als „Lachsfluss Nr. 1 in Deutschland“ gilt. 

 

Daneben habe er auch maßgeblich dafür gesorgt, dass das Gewässersystem heute wieder einen der größten Bestände der stark gefährdeten Meerforelle in Niedersachsen beheimatet. 

 

Ernst Peters gelte aufgrund seines jahrzehntelangen unermüdlichen und kompetenten Engagements für Wanderfische und gesunde Flüsse deshalb zu Recht als der Pionier der Lachs- und Meerforellen-Wiederansiedlung in Niedersachsen

 

Außerdem habe Peters im Laufe der Jahrzehnte über 5.000 Menschen zu verantwortungsvollen Anglern ausgebildet und ihnen die Schutzwürdigkeit unserer Gewässer vermittelt.

 

Preise auch für Schüppel und Gerken

 

Auch der Hauptpreis ging in die Region: Ausgezeichnet wurde Martin Schüppel, langjähriger Artenschutzbeauftragter im Landessportfischerverband und Begründer und Motor der „Aktion Wanderfischprogramm Wörpe“. Schüppel initiierte und etablierte z. B. Ferienprojekte für Kinder zum Thema Gewässerbiologie und -schutz in den Gemeinden Grasberg, Lilienthal und Tarmstedt. Durch seine selbst entwickelte Brutanlage für regional bedrohte Fischarten haben u. a. Schülergruppen die Möglichkeit, sich über die Themen Fischartenschutz, Lebensräume und deren Bedrohungen zu informieren. Darüber hinaus ist er der Initiator, Begründer und Motor der „Aktion Wanderfischprogramm Wörpe“, bei der der elementare Schutz von bedrohten heimischen Wanderfischarten im Vordergrund steht.

 

Einen weiteren Preis erhielt Ralf Gerken. Der Gewässerwart der Angelvereine Lauenbrück und Westervesede wurde für sein langjähriges Engagement bei der Wiederansiedlung der Meerforelle im oberen Wümmegebiet und im Gewässerschutz der Region mit einer Urkunde ausgezeichnet.

 

Ehrenamts-Lebenslauf von Ernst Peters

 

- 1960 bis 1978 Jugendwart des Angelvereins Zeven

- 1966 bis 1980 Gewässerwart des Angelvereins Zeven

- 1980 bis 2015 Vorsitzender der Besatzgemeinschaft Oste 1

- 1980 bis 1999 Bau und Betrieb der Meerforellenbrutanlage in Freyersen

- 1980 bis 2015 stellvertretender Vorsitzender des Bezirk 18 / Rotenburg des Landessportfischerverbandes Niedersachsen, zugleich Fischereibeauftragter des Landkreises Rotenburg W.

- 2000 bis 2015 Mitglied in der AG der Naturschutzverbände im Landkreis Rotenburg / W.

- 2005 bis 2015 Mitglied in der Gebietskooperation Oste

 

Geprägt von der festen Überzeugung, dass die Angelfischerei mit einem hohen Maß an Verantwortung gegenüber der Kreatur und der natürlichen Umwelt verbunden ist, war Ernst Peters von 1980 bis 2015  über 35 Jahre lang im Weser-Elbe-Gebiet als Ausbilder für die Angelfischerprüfung tätig. In dieser Zeit hat er über 5.000 Junganglern sein umfangreiches Wissen über Fische, Gewässer und Naturschutz weitergegeben. Ernst Peters ist somit einer der nachhaltigsten Multiplikatoren für die natur- und tierschutzgerechte Ausübung der Angelfischerei in Niedersachen. Zuvor war er von 1960 bis 1978 auch 18 Jahre lang Jugendwart und von 1966 bis 1980 14 Jahre lang Gewässerwart des Angelverein Zeven.

 

Sein besonderes Engagement galt aber ab 1980 einem Projekt, dass ihn bis zum heutigen Tage - mit einem Alter von inzwischen 84 Jahren – fast täglich beschäftigt. Im Jahre 1980 startete Ernst Peters  mit einigen Mitstreitern aus den regionalen Angelvereinen die Wiederansiedlung des Lachses und der Meerforelle in der Oste. Er initiierte damit das erste Wiederansiedlungsprojekt für Lachs und Meerforelle in Niedersachsen und gilt daher bis zum heutigen Tage landesweit als anerkannter und auch in Fachkreisen geschätzter Pionier des Wanderfischschutzes.

 

Mit zunächst bescheidenen Mitteln  und umso mehr Herzblut baute er 1980 am Obeck, einem kleinen Nebenbach der Oste bei Freyersen, eine kleine Brutanlage für die Großsalmoniden auf, die er über 19 Jahre betreute. In dieser Zeit erbrütete er mehrere Hunderttausend Jungfische,  die als Initialbesatz im gesamten Flussgebiet verteilt wurden und den Grundstock für die heutigen Wandersalmonidenbestände der Oste und viele Gewässersysteme Niedersachsens bildeten.

 

Auch das 1989 an der oberen Oste in Sittensen errichtete Bruthaus war maßgeblich auf das Wirken von ihm zurückzuführen. Diese Brutanlage ist inzwischen eine der leistungsfähigsten ehrenamtlichen geführten Anlagen dieser Art in Deutschland und hat unzählige Gewässersysteme in Norddeutschland mit Material für Lachs- und Meerforellen-Wiederansiedlungsprojekte versorgt. 

 

Es ist der besondere Verdienst von Ernst Peters, dass er die Wiederansiedlung der einst ausgestorbenen Wanderfische Lachs und Meerforelle in der Oste trotz zahlreicher Widerstände über einen Zeitraum von 35 Jahren nachhaltig, enorm engagiert und überaus erfolgreich durchgesetzt hat. Ihm ist es in dieser Zeit immer gelungen, zwischen den verschiedenen Akteuren in Vereinen, Verbänden und Behörden Brücken zu schlagen und Lösungen zu finden, den Gewässerlebensraum Oste nachhaltig zu verbessern.

 

Der "Spiegel" würdigte das Wirken von Ernst Peters und seinen Mitstreitern daher bereits im Jahr 2000 mit den Worten „Schöner als jedes Märchen - Das Wunder an der Oste".

 

In der EU-Wasserrahmenrichtlinien-Gebietskooperation Oste vertritt Ernst Peters zudem seit 2005 die Interessen der Angelfischerei und des Fischartenschutzes. In dieser Tätigkeit hat er zahlreiche Maßnahmen zur Strukturverbesserung und  Renaturierung der Oste und Nebenflüsse  angeschoben und begleitet. Auch der Gewässerentwicklungsplan Obere Oste wurde mit fachkundiger Mitwirkung von Ernst Peters erstellt. Sein Verhandlungsgeschick oder - wie der Spiegel (35/2000) meinte – „die Dickschädeligkeit“  eines „sturmfesten Niedersachsen“ hat dabei in vielen Fällen geholfen, Widerstände vor Ort aufzubrechen und Handlungspotentiale bei Angelvereinen und dem Unterhaltungsverband zu erschließen. Dank der Tätigkeit von Ernst Peters wurden so in den letzten Jahren viele Wanderhindernisse in der oberen Oste zu Sohlgleiten umgebaut und viele Laichplätze für Lachs, Meerforelle und Flussneunauge geschaffen.

 

Parallel führte Ernst Peters von 1980 bis 2015 35 Jahre lang als Vorsitzender die Besatzgemeinschaft Oste 1 an. In diesem Zusammenschluss von 11 Angelvereinen konnte er erreichen, dass alle Bemühungen beim Wiederaufbau der Wanderfischbestände koordiniert und abgestimmt durchgeführt wurden. Zahlreiche Monitoringmaßnahmen der Angelvereine, etwa  in Form von Elektrobefischungen  bei Renaturierungsmaßnahmen, werden seit Jahren unter seiner fachkundigen Regie durchgeführt. Sein Wirken war auch einer der Gründe, dass die Oste 2009-2010 als eines der Hauptgewässer für die von der Gesellschaft zur Rettung der Störe (GRS) betriebene Wiederansiedlung des Europäischen Störs (Acipenser sturio) in Deutschland ausgewählt wurde. In dieser Funktion arbeitete er jahrelang z. B. bei der Aufstellung eines gemeinsamen Hegeplans für die Lachs-, Meerforellen- und Störbestände, eng mit dem Störvater der Oste und Vorsitzenden der Ostepachtgemeinschaft, dem im Frühjahr verstorbenen Wolfgang Schütz, zusammen.

 

Auch als stellvertretender Vorsitzender sowie Arten- und Naturschutzbeauftragter des Bezirk 18 / Rotenburg des Landessportfischerverbandes Niedersachsen ist Ernst Peters seit 1980 ununterbrochen und mit hohem Engagement in Sachen Natur- und Gewässerschutz aktiv. Seit 35 Jahren ist er fast wöchentlich ehrenamtlicher Vertreter des Landessportfischerverbandes bei behördlichen Terminen zu Schutzgebietsausweisungen, Gewässerentwicklungsplänen, Ortsterminen oder Renaturierungsplanungen in den Landkreisen Rotenburg, Stade und Cuxhaven.

 

In der monatlich tagenden Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände im Landkreis Rotenburg (W.) ist Ernst Peters seit über 15 Jahren Vertreter der Angelfischerei. Seiner stetigen und sachlichen Kommunikation ist es mit zu verdanken, dass in der Region alle Naturschutzverbände (Jäger, Angler, NABU, BUND, SDW, Imker etc.) an einem Strang ziehen und zwischenverbandliche Grabenkriege weitgehend unbekannt sind.

 

Bemerkenswert ist, dass es Ernst Peters in alle den Jahrzehnten und bis zum heutigen Tage stets gelungen ist, neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Entwicklungen in sein Handeln mit aufzunehmen und er stets ein offenes Ohr für andere Meinungen hatte, ohne dass er dabei seinen Prinzipien der Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Pflichterfüllung untreu wurde.

 

Für sein umfassendes Wirken für die Oste wurde Ernst Peters verdientermaßen bereits mehrfach ausgezeichnet:

 

• Verleihung der Ehrennadel des Nds. Umweltministers 2007 für innovative Mitarbeit in der Besatzgemeinschaft Oste 1  und langjährige Gremienarbeit

 

• Verleihung des „Goldenen Hechts“ in der Kategorie Naturschutz der Arbeitsgemeinschaft Osteland e.V. im Jahr 2005 zusammen mit seinem Mitstreiter Egon Boschen

 

• Verleihung des Natur- und Umweltschutzpreises  2004 des NABU-Kreisverbandes Bremervörde-Zeven für vorbildliches Engagement für Mensch und Natur

 

• Außerdem ist Ernst Peters Träger des Ehrenabzeichens in Silber des Landes-sportfischerverbandes Niedersachsen für langjährige Verdienste 

 

Zum Wirken von Ernst Peters:

 

Schöner als jedes Märchen / Das Wunder an der Oste

Artikel im Spiegel (35/2000)

 

Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle in der Oste

Vortrag auf der Tagung der Arbeitsgemeinschaft für Fischarten- und Gewässerschutz Norddeutschland (AFGN) 2009

 

Laudatio zur Verleihung des Goldenen Hechts der AG Osteland e. V. 2005 an Ernst Peters

 

Oste wieder Heimat für Edelfische

Artikel in der Rotenburger Rundschau vom 17.12.2004

Zuchtfische bedrohen Oste-Lachsbestand

22. 9. 2015. Alarmruf aus dem Osteland: "Neunzig Prozent aller Fischarten in Deutschlands Fließgewässern sind bedroht. Um sie zu schützen, müssen ihre Lebensräume mit aller Konsequenz wieder lebenswert gestaltet werden." Prof. Dr. Robert Arlinghaus vom renommierten Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin brachte auf den Punkt, was jetzt mehr als 150 Angler, Wissenschaftler und Naturfreunde in Hamersen bei Sittensen an der Oste zusammengebracht hatte: Austausch über wirksame Schutzkonzepte für bedrohte Fischarten.

Zur Sprache kam auch ein ganz spezielles Problem: Entwichene Zuchtfische bedrohen den natürlichen Lachsbestand in der Oste, die dank der Aufzuchtbemühungen der heimischen Sportfischer als "Deutschlands Lachsfluß Nummer eins" gilt (Der Spiegel).

 

An die Oste eingeladen hatte die AFGN, die Arbeitsgemeinschaft für Fischarten- und Gewässerschutz Norddeutschland, ein Zusammenschluss aller norddeutschen Angelverbände. 

 

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse umzuwandeln in Empfehlungen für die Praxis der Fisch- und Gewässerschützer an norddeutschen Bächen, Flüssen und Seen, das betrachtet die AFGN als eine ihrer Hauptaufgaben. 

 

Die Tagung stand in diesem Jahr unter dem Titel: "Salmonidenbesatz: Aktivitäten, Strategien und Alternativen." Ausrichter war der Landessportfischerverband Niedersachsen e.V., der größte niedersächsische Naturschutzverband.

 

Top-Referenten bei der AFGN

 

Vier hochkarätige Referenten präsentierten Ergebnisse laufender und aktuell abgeschlossener Forschungs- und Naturschutzprojekte und stellten Lösungsansätze für einen modernen und nachhaltigen Fischschutz vor: Prof. Dr. Robert Arlinghaus, Leibniz Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Berlin;  Dr. Reinhard Altmüller, Landschafts- und Gewässerpflegeverband Südheide, Lachendorf; Dr. Jan Baer, Fischereiforschungsstelle Langenargen / Baden Württemberg; Dr. Christoph Petereit, Geomar Helmholtz Zentrum in Kiel.

 

Ihr Fazit: Fließgewässer müssen durchgängig werden, Fließgewässer müssen renaturiert werden! Um zu überleben, müssen Salmoniden, also lachsartige Fische, wie Lachs, Meer- und Bachforelle sowie die stark bedrohte Äsche geeignete Laichplätze in den Oberläufen von Flüssen und Bächen erreichen können. Darin waren sich alle Referenten einig. 

 

Trotz strenger Vorgaben der EU für die Wiederherstellung des guten ökologischen Zustandes der Fließgewässer behinderten aber immer noch Tausende von Stauwehren und Wasserkraftanlagen die natürlichen Wanderungen der Fische. Vielerorts erreichten sie nach Auskunft der Experten ihre Laichplätze gar nicht mehr.

 

Eindrucksvoll erläuterte Dr. Reinhard Altmüller das "Naturschutzgroßprojekt Lutter" und wie im Zuge der erfolgreichen Rettung der nahezu ausgestorbenen Flussperlmuschel auch die Häufigkeit von Elritzen, Mühlkoppen und Bachforellen erheblich zunahm.


Dr. Jan Baer forderte die Angler auf, sich noch mehr als bisher bei den zuständigen Behörden und Unterhaltungsverbänden dafür stark zu machen, dass Wehre geschliffen und funktionsfähige Fischtreppen errichtet werden. Gute Beispiele dafür gebe es hier in der Region an der Oste (Foto: Sittensen) oder der Wümme. Die natürliche Reproduktion sei der Schlüssel zu einem gesunden Fischbestand.

 

Dr. Christoph Petereit knüpfte daran an und empfahl den Angelvereinen, bei ihren Kontrollbefischungen die unscheinbaren kleinen Gräben nicht zu vergessen. Mitunter könnten darin enorme Jungfischzahlen nachgewiesen werden. Zumal solche Kleinstgewässer in den allermeisten Fällen keinerlei Schutzstatus genießen. Das müsse sich dringend ändern.


Prof. Dr. Robert Arlinghaus stellte die Ergebnisse eines mehrjährigen Forschungsprojektes zum Für und Wider von Fischbesatz vor. Der sei kein Allheilmittel, betonte "Deutschlands Angelprofessor", sondern müsse möglichst optimal auf Fischart und Gewässer abgestimmt werden.

 

Salmonidenschutz vor Ort


Peter Wessendorf vom SFV Sittensen hielt eines von drei Kurzreferaten. Seit mehreren Jahrzehnten fangen er und seine Angelkollegen im Frühwinter Meerforellen und Lachse im Flusssystem der Oste. In der vereinseigenen Brutanlage in Sittensen (Foto) werden mittels künstlicher Befruchtung robuste Jungfische herangezogen, die an das Gewässer ihrer Elterntiere angepasst sind – bislang mit gutem Erfolg. 

 

Seit einigen Jahren beobachtet  der Naturschützer, dass es sich bei bis zu 50 Prozent der gefangenen Lachse um Farmlachse handelt. Diese aus Zuchtanlagen entkommenen Fische seien schlecht oder gar nicht angepasst an Gewässer wie die Oste und produzierten erheblich weniger und qualitativ schlechte Eier. 

 

Innerhalb weniger Jahre könnten durch ihren Einfluss die mühsam erkämpften Erfolge bei der Wiederansiedlung zunichte gemacht werden. 

 

Über das Aller-Projekt der Aktion Fischotterschutz berichtete Katrin Wolf. Nach umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen habe sich die Artenvielfalt in den Projektgebieten entlang des Flusses in wenigen Jahren enorm positiv entwickelt. 

Stefan Ludwig von "Wanderfische ohne Grenzen e.V." stellte in seinem Beitrag die Bemühungen des Vereins vor, die vielen Schutzprojekte zum Erhalt und der Wiederansiedlung des Lachses in Deutschland unter einem schlagkräftigen Dach zu vereinen. 

 

So soll wirksamer als bisher Einfluss genommen werden auf Entscheidungsträger und Mittelgeber, um den Lachs langfristig in Deutschland zu etablieren.

Tagung an der Oste zum Wanderfisch-Schutz

9. 9. 2015. Mehr als 140 Angler, Wissenschaftler und Naturfreunde aus Norddeutschland treffen sich am 19. September, 10 Uhr,  im Landgasthaus Borchers in Hamersen bei Sittensen an der Oste. Eingeladen hat die AFGN, die Arbeitsgemeinschaft für Fischarten- und Gewässerschutz Norddeutschland. Anglerverbände aller norddeutschen Bundesländer haben sich in der AFGN zusammengetan, um den Schutz von Fischen und ihren Lebensräumen voranzutreiben. 2015 und 2016 richtet der Landessportfischerverband Niedersachsen e.V. (LSFV), Niedersachsens größter Naturschutzverband, die Veranstaltung aus.

 

"Fast 90 Prozent der Fischarten unserer Fließgewässer stehen auf der Roten Liste", beklagt Werner Klasing, Präsident des LSFV. "Damit ihr Überleben in Norddeutschland gesichert werden kann, fördert die AFGN den Austausch und die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und den erfahrenen, ehrenamtlichen Praktikern an unseren Gewässern." Die Tagung steht unter dem Titel "Salmonidenbesatz: Aktivitäten, Strategien und Alternativen."

 

Gerade das Überleben der Salmoniden, also lachsartiger Fische, wie Lachs, Meer- und Bachforelle sowie der stark bedrohten Äsche steht und fällt mit der Möglichkeit, geeignete Laichplätze in den Oberläufen von Flüssen und Bächen zu erreichen.


An norddeutschen Fließgewässern behindern Tausende von Stauwehren und Wasserkraftanlagen ihre natürlichen Wanderungen. Sie erreichen vielerorts ihre Laichplätze gar nicht mehr oder nur stark geschwächt oder gar verletzt. Obwohl die Wasserrahmenrichtlinie der EU die Durchgängigkeit und den guten ökologischen Zustand aller Fließgewässer fordert, wurden bislang nur in wenigen Gewässern Norddeutschlands Wehre geschliffen und funktionsfähige Fischtreppen errichtet - wie etwa in der Oste oder der Wümme.

 

Einträge aus der Landwirtschaft, speziell Gülle, Jauche, Sickersäfte aus Silage und Gärreste, haben in den vergangenen Jahren in den Intensivlandwirtschaftsregionen Norddeutschlands immer wieder ganze Lebensgemeinschaften in Bächen und Flüssen vernichtet. Die Erosion von Sand und Feinsedimenten ruiniert Laichplätze der Fische und den Lebensraum ihrer Nährtiere - das ursprünglich kiesige Bachbett.

 

Wilde Lachse, die einst von Angelvereinen ausgewildert wurden und anschließend in ihre Heimatflüsse zurückkehren, sehen sich einer weiteren Bedrohung ausgesetzt: aus Lachsfarmen entkommene, zum Teil genetisch manipulierte Tiere mischen sich unter die erfolgreich angesiedelten Wildlachse und bedrohen den Genpool der mühsam aufgebauten Populationen.

 

Der Fraßdruck von Kormoranen und Fischottern ist ebenfalls seit Jahren ein Faktor, der die Populationen bedrohter Fischarten zusätzlich schwächt.

 

Hochkarätige Referenten werden deshalb die Ergebnisse laufender und aktuell abgeschlossener Forschungsprojekte zu diesen Themen und mögliche Lösungswege vorstellen: Prof. Dr. Robert Arlinghaus, Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Dr. Reinhard Altmüller, Landschafts- und Gewässerpflegeverband Südheide, Dr. Jan Baer, Fischereiforschungsstelle langenargen / Baden Württemberg und Dr. Christoph Petereit, Geomar Helmholtz Zentrum in Kiel.

 

Sie werden Fragen erörtern wie: Wie kann die Wiederansiedlung von gefährdeten Fischarten funktionieren? Wie kann eine Kombination aus Lebensraumverbesserung und Fischbesatz nachhaltigen Erfolg beim Bestandsschutz heimischer Fische bringen? Können Gefährdungsursachen (Erosion, Landwirtschaft, Kormoran etc.) durch Besatz und Renaturierung kompensiert werden? Wie kann man die Erkenntnisse der Wissenschaft in die Praxis übertragen?

 

Kurzvorträge und Praxisberichte von engagierten Fisch- und Gewässerschützern runden das Programm ab.


Für Kurzentschlossene: die Tagung beginnt um 10 Uhr im Landgasthaus Borchers / Hamersen. Sie ist kostenlos und offen für jedermann. Anmeldungen an: info@lsfv-nds.de 

Wieder Tag des Fisches im Natureum

6. 9. 2015. Trotz anfänglicher Regenschauer war der 7. Tag des Fisches im Natureum ein voller Erfolg - ebenso wie am Nachmittag das Kinderchor-Konzert mit Rolf Zuckowski (siehe Fotos). Zum guten Gelingen trugen neben dem ASV Neuhaus und der Natureum-Crew insbesondere die Helferinnen und Helder vom Förderverein bei.

 

26. 8. 2015. Am 6. September wird im Natureum Niederelbe einiges geboten. Ab 10 Uhr kommen Fischliebhaber und Angelfreunde beim 7. Tag des Fisches auf ihre Kosten. Um 15 Uhr wird Rolf Zuckowski mit seinen Freunden kleine und große Fans mit einem Konzert auf der Festwiese begeistern.

 

Bereits zum siebten Mal dreht sich am 6. September im Natureum alles um die Themen „Fisch“ und „Angeln“. Das abwechslungsreiche Programm von 10 bis 17 Uhr wird in Kooperation mit dem Angelsportverein Neuhaus/Oste und weiteren Fisch-Freunden organisiert.

 

Im Elbe-Küstenpark präsentieren Spezialisten des ASV Neuhaus/Oste alles rund um die Themen Kunstköder, Fischen mit der Kopfrute, Meeresfischen, Ansitz auf Karpfen und andere Friedfische. Sie stellen neueste Geräte und Equipment vor, erläutern unterschiedliche Angelmethoden wie z. B. das Angeln mit Pose, die Gummifisch-Techniken „Faulenzermethode“, „Drop-Shot“ oder Vertikal, Wobbler usw. und geben nützliche Tipps für die Praxis am Gewässer.

 

Philipp Eereveld gibt in dem Workshop „Tipps und Tricks zum Wobblerbau“ Schritt für Schritt die Anleitung zum selber bauen eines kostengünstigen Wobblers aus Balsaholz. Dabei hat er eine Ausstellung von selbstgefertigten Kunstködern; seine mitgebrachten Muster sind sehenswerte kleine Kunstwerke. 

 

Wer lieber nicht selbst Hand anlegen möchte, findet am Stand des Kiebitzmarktes Otterndorf und Cadenberge tolle Sonderangebote.

 

Sportlich wird es bei dem Ziel- und Weitwurf-Wettbewerb mit der Angel. Die Sieger in den Kategorien „Kinder“ und „Erwachsene“ dürfen sich über einen bunt gefüllten Präsentkorb freuen. Auch bei der Fisch-Tombola gibt es mit ein wenig Glück viele interessante Preise für kleine und große Petrijünger zu gewinnen. In spannenden Wasserexperimenten können Kinder und Jugendliche der Frage nachgehen, warum Fische eigentlich schwimmen können.

 

Einen Besuch wert sind das „Wolfgang-Schütz-Aquarium“ mit  Europäischen Stören sowie die Ausstellung „Wanderfische“ mit Lamstedter Meerforellen.

 

Natürlich kommen auch die kulinarischen Genüsse nicht zu kurz. Es gibt Räucheraal aus der Oste und selbst gemachte, frisch in der Pfanne gebratene Fischfrikadellen von Fischen aus dem Ostesee von Susanne und Günter Krause aus Neuhaus.

 

Alle Besucher mit gültiger Fischereierlaubnis und deren Familienmitglieder erhalten am Tag des Fisches 50 % Rabatt auf den Natureums-Eintritt.

 

Doch nicht nur Fischfreunde und Petrijünger kommen am 6. September im Natureum auf ihre Kosten. Um 15 Uhr tritt Rolf Zuckowski mit seinen Freunden auf der Festwiese au. Dabei hat der „Die JUNGS“ aus Hamburg sowie den Kehdinger Kinder- und Jugendchor. Gemeinsam werden sie kleine und große Besucher mit Klassikern, aber auch mit neuen Kompositionen und aktuellen Popsongs begeistern. Konzerttickets sind im Vorverkauf über www.natureum-niederelbe.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

Zwei Neubürger im Osteland

4. 6. 2015. Ein halbes Dutzend Fotografen und Kameraleute - u. a. von OstelandTV - drängelten sich am Donnerstag im Natureum Niederelbe, um zwei Neubürger des Ostelandes vor die Linse zu bekommen: rund 20 Monate alte Exemplare des einst in der Oste heimischen Europäischen Störs, die nun als Besuchermagnet das neue Störbecken im Eingangsbereich des Naturkundemuseums auf der Oste-Insel bevölkern. Vor rund 70 Ostefreunden  widmete Natureum-Leiterin Dr. Clivia Häse das Aquarium dem verstorbenen "Störvater" Wolfgang Schütz aus Osten. 

Jochen Bölsche, Vorsitzender der AG Osteland, blickte zurück auf Schütz' Verdienste als Sprecher der 2009  gegründeten Osteland-Arge Wanderfische (Silbernes Netz Oste), bevor Dr. Jörn Gessner einen Ausblick auf die künftigen Vorhaben des von ihm geleiteten nationalen Störprojekts gab.

 
Die Osteland-Arge Wanderfische plant für September im Natureum ein Symposium zum Thema Oste-Wanderfische. An einem von Gessner moderierten erstenAG- Planungsgespräch im Anschluss an den Festakt nahmen Vertreterinnen und Vertreter von Sportfischerei, Artenschutz, Meeresforschung sowie des Natureums und des AG-Osteland-Vorstandes teil.
 
Ebenfalls unter starker Medienbeteiligung und in Anwesenheit bekannter Angler und Artenschützer wie Torsten Thorhorst (Ostepachtgemeinschaft, Osten) und Ernst Peters (Besatzgemeinschaft, Zeven) waren am Vormittag in Bremervörde-Elm 200 Jungstöre von etwa 30 cm Länge in der Oste freigesetzt worden.
 
Damit kann die Oste mit 3500 seit  2009 besetzten Stören der Art Acipenser sturio (von 19.500 im gesamten Elbeeinzugsbereich) in dieser Hinsicht als Deutschlands Störfluss Nr. 1 gelten.
 
An der Besatzaktion am Anleger des gastlichen Bootsclubs - der bislang dritten in Elm -nahmen rund zwei Dutzend AG-Osteland-Mitglieder teil.
 
>>> Viele Fotos aus Elm und Balje sowie der Wortlaut der Festrede von Jochen Bölsche stehen auf dieser SONDERSEITE.
Szenen aus dem Natureum: Eine Trittleiter erklomm Angel-Fachjournalist Carl Werner Schmidt-Luchs bei der Eröffnung des Störvater-Schütz-Aquariums im Natureum, um fünf wichtige Akteure auf einem einzigen Bild unterzubringen: die beiden Störe sowie Natureum-Chefin Dr. Clivia Häse, Stör-Projektleiter Dr. Jörn Gessner und Kuratorin und Diplom-Biologin Petra Nikolay (vorn). - Unten: Gisela Schütz zeigt ihren Enkeln das Wolfgang-Schütz-Aquarium.

Die Rückkehr des grauen Riesen 

Geschäftsführerin Dr. Clivia Häse ist bereits Patin eines in die Freiheit entlassenen Europäischen Störs (Foto: Natureum)

27. 5. 2015. Am Donnerstag, 4. Juni, steht das Osteland im Zeichen des Störs. Um 14 Uhr wird im Empfangsgebäude des Natureum Niederelbe in Balje das neue Wolfgang-Schütz-Aquarium eingeweiht.

 

Im Rahmen der Einweihung des dem verstorbenen „Störvater“ gewidmeten Aquariums werden Störe der einst in der Oste heimischen und heute beinahe ausgestorbenen Art Acipenser sturio in das Becken eingesetzt. 

 

Die stark gefährdeten Knochenfische sollen so noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden. Im Aquarium wachsen sie einige Jahre heran, bevor sie in die Freiheit entlassen werden. 

 

Was den neuen Natureums-Bewohnern erst in einigen Jahren bevorsteht, findet bereits um 10 Uhr am selben Donnerstag in Bremervörde statt. In Zusammenarbeit mit der Fachgruppe Wanderfische der AG Osteland werden auf dem Gelände des Bootsclubs Elm junge Störe aus der Nachzucht des Berliner Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in der Oste freigelassen. 

 

Dort wird zugleich die neue Osteland-Broschüre „Die Rückkehr des grauen Riesen“ über die Wiedereinbürgerung des weltweit nahezu ausgerotteten Europäischen Störs vorgestellt.

 

Obwohl der Stör über 200 Millionen Jahre lang erfolgreich Klimaveränderungen und der Kontinentalverschiebung trotzte, schaffte es der Mensch innerhalb von nur zwei Jahrhunderten durch den Ausbau der Flüsse zu Wasserstraßen, übermäßige Fischerei und Gewässerverschmutzung, den „grauen Riesen“ an den Rand des Aussterbens zu bringen. Die letzte deutsche Stör-Population wurde 1969 in der Eider nachgewiesen. Danach galt Acipenser sturio als verschollen. 

 

Nur in der französischen Gironde konnte sich ein kleiner Bestand bis heute halten, doch auch diese Gruppe hat inzwischen ihre natürliche Vermehrung eingestellt. 

 

Um die Art zu erhalten, wurde ein Teil der Fische von Mitarbeitern des französischen Forschungsinstituts CEMAGREF (heute IRSTEA) eingefangen und bildeteden Grundstock für eine erfolgreiche Nachzucht in Gefangenschaft. 1996 gingen zehn französische Störe auf die Reise nach Berlin. 

 

Dort startete unter der Fittiche von „Stör-Papst“ Jörn Geßner am IGB ein weiteres Zuchtprogramm, dem auch die künftigen Natureums-Störe entstammen.

 

Foto: Natureum-Geschäftsführerin Dr. Clivia Häse ist bereits Patin eines in die Freiheit entlassenen Störs. 

Natureum lädt zum Oste-Stör-Tag

An die Mitglieder der AG Osteland
 

Sehr geehrte Mitglieder der AG Osteland,

am Donnerstag, 4. Juni um 14 Uhr wird im Empfangsgebäude des Natureums Niederelbe in Balje - in Erinnerung an den verstorbenen Ostener „Störvater“ - ein Wolfgang-Schütz-Aquarium eingeweiht und mit Stören der einst in der Oste heimischen Art Acipenser sturio besetzt.

Dazu laden wir Sie und Ihre Begleitung herzlich ein! 

Begrüßung      Dr. Clivia Häse, Natureum Niederelbe

Grußwort        Jochen Bölsche, Vorsitzender AG Osteland e. V.

Kurzvortrag    Dr. Jörn Geßner, Projektleiter

„Einzug“ der Störe in das neue Aquarium

Danach, ab 15 Uhr, ist im Natureum Gelegenheit zu einem Gespräch über die künftige Arbeit der Osteland-Arge Wanderfische (Silbernes Netz Oste) und über ein für September im Natureum geplantes Experten-Symposium zum Thema Wanderfische in der Oste. 

Bereits um 10 Uhr am selben Donnerstag, 4. Juni, findet an der Oste erneut eine Stör-Besatzaktion statt. In Zusammenarbeit mit der Fachgruppe Wanderfische der AG Osteland werden auf dem Gelände des Bootsclubs Elm, An der Oste 20 A, 27432 Bremervörde, junge Störe aus der Nachzucht des Berliner Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei in der Oste freigesetzt.

Vorgestellt wird dort zugleich die neue Osteland-Broschüre „Die Rückkehr des grauen Riesen“ über die Wiedereinbürgerung des weltweit nahezu ausgerotteten Europäischen Störs (TV- und Fototermin für Medien; Gäste willkommen).

Mit besten Grüßen von der Ostemündung
Clivia Häse

Facebook für Ostestör-Freunde

20. 5. 2015. Eine spezielle Facebook-Seite für die Freunde der Wiederansiedlung des hier ausgestorbenen Europäischen Störs in der Oste ergänzt seit heute die klassischen Websites der Arbeitsgemeinschaft Osteland zu diesem Thema. 
 
Die neue Facebook-Seite ist hier erreichbar.

Stör-Weltkonferenz an der Elbe

16. 5. 2015. Das Stader Tageblatt berichtet heute über die Internationale Konferenz zum Schutz des Störs (www.sturgeon.de) in Neu Wulmstorf und zitiert unter anderem den Biologen und Osteland-Preisträger Dr. Jörn Gessner
 
Ein ausführlicher Bericht über die weltweite Situation steht in der FAZ, der Artikel ist hier online verfügbar.
 
Störforscher vernetzen sich
 
20. 5. 2015. In seiner heutigen Ausgabe berichtet der Hadler Kurier ausführlich über das europäische Störforschungs-Netzwerk. Bitte hier Seite 6 aufrufen.

"Störvater-Schütz-Aquarium" in Balje

Künftiges Störbecken in Balje: Nur noch das Wasser fehlt - und die Fische

13. 5. 2015. Die Arbeiten in der Aquaristikabteilung im schönen neuen Eingangsgebäude des Natureums Niederelbe kommen gut voran. Wenn das Wasser im künftigen Stör-Schaubecken (Aufschrift: "Lebensbeginn in der Oste") die richtige Qualität aufweist, werden dort demnächst junge Exemplare des einst auch in der Oste heimischen, jetzt aber weltweit nahezu ausgerotteten Europäischen Störs (Acipenser sturio) zu sehen sein.

 

Zur Inbetriebnahme des Großaquariums, das dem verstorbenen Ostener "Störvater" Wolfgang Schütz gewidmet ist, sprechen am Donnerstag, 4. Juni, 14 Uhr, Natureum-Chefin Dr. Clivia Häse, der Berliner Störprojektleiter Dr. Jörn Gessner und der AG-Osteland-Vorsitzende Jochen Bölsche (Osten).

Anschließend besteht Gelegenheit zum Besuch der großartigen neuen Dauerausstellung im Hauptgebäude, wo unter anderem das eindrucksvolle Präparat (Foto) des letzten Störfangs vor der Ostemündung 1985 zu sehen ist, und zur Teilnahme an einem Gespräch über die künftige Arbeit des Freundeskreises Oste-Stör (Silbernes Netz der AG Osteland, gegründet als Arge Wanderfische Oste).

 

Bereits um 10 Uhr am selben Donnerstag findet im Osteland eine Stör-Besatzaktion statt. In Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Wanderfische (Silbernes Netz) der AG Osteland werden auf dem Gelände des Bootsclubs Elm, An der Oste 20 A, 27432 Bremervörde, junge Störe aus der Nachzucht des Berliner Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei in der Oste freigesetzt. 

 

Vorgestellt wird in Elm zugleich eine neue Broschüre "Die Rückkehr des grauen Riesen" über die Wiedereinbürgerung des weltweit nahezu ausgerotteten Europäischen Störs (TV- und Fototermin für Medien; Gäste willkommen).

 

Literatur zum Thema:

 

Jochen Bölsche, Wolfgang Schütz: "Angler und Naturschutz – das Beispiel der Oste und ihrer Wanderfische“. In: "Fisch des Jahres 2014 - Der Europäische Stör“, Deutscher Angelfischerverband, Offenbach am Main. Dieses Buchkapitel ist hier im Internet verfügbar.

Oste: Wann fällt die letzte Fischbarriere?

Baudenkmal und Fischbarriere: Bremervörder Oste-Wehr (Foto: NLWKN)

7. 5. 2015. Wie berichtet, hat das Land erneut Fördergelder für den Abbau von Fischwander-Hindernissen u. a. in der Oste und ihren Zuflüssen bereitgestellt siehe nächsten Text). Mit einem Umbau des Bremervörder Wehrs, der hinderlichsten Barriere im gesamten Flusslauf, ist allerdings vorerst nicht zu rechnen, wie die Bremervörder Zeitung vom NLWKN erfuhr.

 
Mithilfe der bewilligten Gelder soll zunächst die Einholung von Gutachten abgeschlossen werden. Ob eine Sohlgleite oder ein Umgehungsgerinne entsteht, sei noch ebenso offen wie die Zukunft des markanten Schleusenhauses aus dem Jahr 1950, heißt es heute in dem Bericht von Corvin Borgardt. 
 
Mit den Bauarbeiten könne erst nach dem Abschluss des Planfeststellungsverfahrens begonnen werden, das "bei komplexen Vorhaben leicht mehr als ein Jahr dauern" kann, zitiert das Blatt die NLWKN-Sprecherin Herma Heyken.

Geld fließt für unsere Fließgewässer

30. 4. 2015. Auch in diesem Jahr stellt das Land Niedersachsen mit rund sechs Millionen Euro wieder Fördermittel für den Schutz und die Entwicklung der Fließgewässer zur Verfügung - unter anderem für mehr als ein halbes Dutzend ökologisch wichtiger Projekte an der Oste und ihren Zuflüssen im Raum Sittensen, Zeven, Bremervörde und Hemmoor.
 
Das NLWKN Stade bekommt endlich Geld für die "Herstellung der Durchgängigkeitam alten Ostewehr in BremervördeDie letzte Barriere für Wanderfische wie Stör und Lachs im Verlauf der Oste, des längsten Nebenflusses der Unterelbe, soll nach jahrelanger Diskussion durch eine naturnahe Lösung entschärft werden.
 
Gelder fließen weiter für Sohlgleiten und ähnliche Maßnahmen im Hackemühlener Bach und im Heeßeler Mühlenbach bei Hemmoor,
 
Im Kreis Rotenburg stehen auf der Förderliste unter anderem die Oste bei Hamersen und Sittensen, den Alpershausener Mühlenbach bei Hamersen, die Bade bei Zeven und die Bever bei Deinstedt.
 
"Eine vielfältige Struktur in den Gewässern, Ufern und Auen schafft für viele Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum", erklärte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) am Mittwoch in Hannover. "Die anspruchsvolle Zielsetzung der Wasserrahmenrichtlinie, die einen intakten Zustand der Gewässer und ihrer Randbereiche fordert, wollen wir mit den neuen Projekten unterstützen." 
 
Weiterlesen bitte hierDie komplette Förderliste zum Download steht hier.

Am 4. Juni Tag des Oste-Störs in Elm und Balje

Neue Jungstöre für die Oste
7. 5. 2015. Die Wiederansiedlung des Störs in der Oste macht weiter Fortschritte. Ein erneuter Jungfisch-Besatz soll am Donnerstag, 4. Juni, 10 Uhr, am Oste-Anleger des Bootsclubs Elm bei Bremervörde (Vorsitz: Reinhold Grasbeunder) stattfinden.
 
Am selben Tag um 14 Uhr wird im Empfangsgebäude des Natureums Niederelbe - in Erinnerung an den verstorbenen Ostener „Störvater“ - ein Wolfgang-Schütz-Aquarium eingeweiht und mit Stören der einst in der Oste heimischen Art Acipenser sturio besetzt. 
 
Mit dabei: Natureum-Chefin Dr. Clivia Häse, Projektleiter Dr. Jörn Geßner (Berlin), Osteland-Vorsitzender Jochen Bölsche sowie viele Störfreunde aus der Region.
Danach, ab 15 Uhr, ist im Natureum Gelegenheit zu einem Gespräch über die künftige Arbeit der Osteland-Arge Wanderfische (Silbernes Netz Oste) und über ein für September im Natureum geplantes Experten-Symposium zum Thema Wanderfische in der Oste. - Mehr zum Thema auf www.oste-stoer.de

Störzentrum Nord jetzt nach Geesthacht?

30. 4. 2015. Die Stadt Geesthacht, wo soeben 250 kleine Störe im Rahmen des Wiederansiedlungsprojekts in die Elbe entlassen wurden, könnte norddeutsches Zentrum der Stör-Nachzucht werden. 

 
Während dafür zunächst auch Orte im Osteland wie Hemmoor und Lamstedt in Aussicht genommen worden waren, werde jetzt auch die Stadt an der Elbe ins Auge gefasst, erklärte dort der Ostepreisträger und Biologe Dr. Jörn Geßner, der das nationale Projekt am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin-Friedrichshagen koordiniert.
 
Warum Geesthacht? Störe verbringen zwar den Großteil ihres Lebens im Meer, vermehren sich aber im Süßwasser. Auf diese Heimatgewässer sind sie geprägt - sie kehren dorthin zurück, wo sie selbst aus dem Ei geschlüpft sind und ihre ersten Schwimmversuche gemacht haben. 
 
Damit auch die Zuchtstöre eine solche Verbundenheit entwickeln können, müssen sie in Flusswasser aufgezogen werden, erläutert der Deutsche Angelfischerverband auf seiner Website. Entsprechende Entwicklungsarbeiten, wie sie derzeit im Odergebiet in einem vergleichbaren Vorhaben laufen, will das Berliner Institut nun auch ins Elbegebiet auslagern.
 
Denn im Institut am Müggelsee in Berlin wird der Platz knapp: Die Erfolge bei der Nachzucht haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass der Bestand potenzieller Elterntiere auf aktuell mehr als 900 angewachsen ist. 
 
"Im IGB, wo die Tiere bisher untergebracht sind, wird's langsam eng“, erklärt Geßner. "Der Ausbau der bestehenden Kapazitäten ist deshalb dringend notwendig, um eine sichere und erweiterbare Lösung für die Haltung der Störe zu schaffen.“ 
 
Für eine solche Anlage favorisieren die Wissenschaftler nach längerer Sondierung jetzt offenbar einen Standort in unmittelbarer Elb-Nähe. "Für die Elterntierhaltung und Vermehrung des Europäischen Störs ist Geesthacht der ideale Ort", sagt Geßner. 
 
Dafür spreche u.a. die unmittelbare Nähe zur einzigen störgängigen Fischtreppe Europas, die am Nordufer der Elbe einen sicheren und einfachen Zugriff auf die rückkehrenden Elterntiere ermöglichen würde. Damit ließe sich der Laichfischbestand später relativ problemlos erweitern. 
 
Die Nutzung von Elbwasser würde zudem eine frühe Anpassung der Jungfische an die Lebensbedingungen des Besatzgewässers ermöglichen und, noch wichtiger, eine frühe und sichere Prägung der Jungtiere auf ihr Heimatgewässer sicherstellen. "Die zentrale Lage Geesthachts zwischen den Ländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg bietet darüber hinaus Potenzial für eine stärkere Einbeziehung weiterer Partner und somit für das Gelingen dieser Mammutaufgabe“, stellt Gessner in Aussicht.
 
Bereits über 17.000 junge Störe wurden im Rahmen des Nationalen Aktionsplans „Europäischer Stör“ seit 2008 in die Elbe und Nebenflüsse wie Oste und Stör gesetzt. 
 
Die nächste Besatzaktion in der Oste ist Anfang Juni in Elm vorgesehen.

Stör-Fall Oste - online

29. 4. 2015. Das von dem kürzlich verstorbenen "Störvater" Wolfgang Schütz und dem AG-Osteland-Vorsitzenden Jochen Bölsche verfasste Kapitel "Angler und Naturschutz – das Beispiel der Oste und ihrer Wanderfische" aus dem Buch "Fisch des Jahres 2014 - Der Europäische Stör“ (Deutscher Angelfischerverband) ist hier online verfügbar.

Bremervörde: Angler bestätigen Jürgen Höft

18. 3. 2015. In der Jahreshauptversammlung des Fischereisportvereins Bremervörde wurde in Anwesenheit von rund 100 der etwa 1200 Mitglieder der bisherige Vorsitzende Jürgen Höft  wiedergewählt. Neuer Jugendwart ist Michael Matschull.

 
Die Pachtverträge für die Oberoste in Engeo und Spreckens, für den Vörder See
und die Unteroste bei Nieder Ochtenhausen sind verlängert worden, wie Höft berichtete.

Oste wird fit für Lachs, Stör & Co.

9. 1. 2015. Für die ökologische Durchlässigkeit der Oste und ihrer Nebengewässer setzt sich auch weiterhin der Unterhaltungsverband Obere Oste ein. Das bekräftigten der wiedergewählte Vorsitzende Angelus Pape und Verbandsgeschäftsführer Wilhelm Meyer (Foto) jetzt in Brauel.

 
Der Verband, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Osteland, hat zuletzt unter anderem den Oste-Zufluss Bever durch den Abriss des Mühlenwehrs und den Einbau einer Sohlgleite wanderfischgerecht gestaltet. 
 
In diesem Jahr sollen Staubauwerke in Alpershausen und in Hanrade beseitigt werden. Die Maßnahmen werden zu 90 Prozent von der EU getragen und zu 10 Prozent vom Landkreis. Ziel ist es, den von der EU-Wasserrahmenrichtlinie geforderten "guten ökologischen Zustand" natürlicher Fließgewässer bis 2029 zu erreichen.
 
Ein ausführlicher Pressebericht steht hier.

Anglerparadies Oste

6. 3. 2015. Immer wieder begeistert die Oste mit ihrem reichen Fischbestand von Aal bis Zander Angelfischer von nah und fern. Nicht nur die Wiedereinbürgerung von Lachs und Stör veranlasst die Anglerpresse immer wieder, über den lange Zeit vergessenen Fluss zu berichten, auch kapitale Fänge erregen Aufsehen.

 

In ihrer jüngsten Ausgabe berichtet die Zeitschrift "Der Raubfisch" beispielsweise über den Neuhäuser Sportfischer Günther Krause und seinen bei Bremervörde erbeuteten Meterhecht (Repro). 

Letzte Ehre für den Störvater

20. 2. 2015. Weit über 200 Angehörige, Freunde und Mitstreiter aus Sportfischerei und Naturschutz haben heute Nachmittag Wolfgang Schütz in der Ostener Flusskirche St. Petri die letzte Ehre erwiesen. Pastor Dieter Ducksch erinnerte daran, dass der Sportfischer-Vorsitzende aufgrund seines Einsatzes für die Wanderfische in der Oste von vielen Menschen "mit Hochachtung und Liebe 'Störvater' genannt" worden sei. Der Berliner Fischereiwissenschaftler Dr. Jörn Gessner (Gesellschaft zur Rettung des Störs) würdigte anschließend Schütz als einen "angelnden Visionär", der die Hegeverpflichtung der Sportfischer "mit vollem Herzen angenommen" habe.

Ermutigt durch die als "Wunder an der Oste" bezeichnete Ansiedlung des Lachses, habe der Vorsitzende der Ostepachtgemeinschaft die Wiedereinbürgerung des Europäischen Störs zu seiner Lebensaufgabe gemacht.

Der Ostener sei ihm, so Dr. Gessner, fast 20 Jahre lang ein "verlässlicher Mitstreiter und Freund" gewesen, "integer, ausgleichend und begeisterungsfähig". Mit "überragender Durchschlagskraft" habe er sich auch als AG-Osteland-Vorstandsmitglied für eine saubere, wanderfischgerechte Oste eingesetzt und es verstanden, mit "hingebungsvoller Zuwendung" auch Schulkinder für dieses Ziel zu begeistern.

Störgesellschaft würdigt Wirken von Schütz

Schütz (2. v. l.) mit Jörn Gessner, David McAllister und Detlef Horeis
19. 2. 2015. Die Gesellschaft zur Rettung des Störs hat heute auf ihrer Website www.sturgeon.de einen von dem Fischereiwissenschaftler Dr. Jörn Gessner (Berlin) verfassten Nachruf auf den Ostener "Störvater" Wolfgang Schütz veröffentlicht. Darin heißt es:
 
"Der langjährige Vorsitzende des Sportfischervereins Oste e.V., der Ostepachtgemeinschaft II und der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische in der AG Osteland sowie maßgeblicher Motor der Arbeiten für die Wiederansiedelung des Störs in der Oste, Wolfgang Schütz, ist nach langer Krankheit viel zu früh verstorben.

 

Wolfgang hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten, insbesondere nach seiner Pensionierung, intensiv und mit großem Elan für die Anliegen der Sportfischer an der Oste eingesetzt. Seine besondere Fürsorge galt dabei immer auch den Wanderfischen. Neben Lachs, Meerforelle, Schnäpel und Aal hat Wolfgang früh sein Interesse am ehemals auch in der Oste heimischen Stör entdeckt und seine Kollegen für diese Aufgabe begeistert. So wurden er und die Mitglieder der Pachtgemeinschaft Oste II bereits 1996 aktive Mitstreiter in der Gesellschaft zur Rettung des Störs e.V. und verstanden es, von Anfang an die lokale Bevölkerung in dieses bedeutende Artenschutzprojekt einzubeziehen. Seit Beginn der Besatzmaßnahmen und des Monitorings an der Oste hat Wolfgang mit seinen Mitstreitern eine ganz neue Durchschlagskraft entwickelt. Unermüdlich war er bemüht, durch die Organisation von Störfesten in Oberndorf, Gräpel und Elm, mit Vorträgen vor Sportfischern und Schulkindern, unter anderem am "Tag der Fische" im Natureum, mit literarischen "Kaviarnächten" in Oberndorf, einem "Störgipfel" in Großenwörden, "Störwanderungen" zum schwimmenden Stördenkmal in Oberndorf, alljährlichen Besatzaktionen, Fachaufsätzen zum Tema der Wiedereinbürgerung des Störs und mit der Webseite www.oste-stoer.de die Werbetrommel für das von ihm so begeistert begleitete Vorhaben zu rühren.

 

Gemeinsam mit der AG Osteland, deren Vorstand er angehörte, der Gesellschaft zur Rettung des Störs e.V. und weiteren Mitstreitern intensivierte Wolfgang 2014 seine Bemühungen um die Bewahrung des "Fisch des Jahres" durch einen neuen Anlauf bei der Projektentwicklung für eine "wanderfischgerechte" also saubere und barrierefreie Oste von der Quelle bis zur Mündung. Seit Oktober letzten Jahres setzte ihn eine schwere Erkrankung zunehmend außer Gefecht. Jetzt hat Wolfgang diesen letzten Kampf seines Lebens verloren. 

 

Wir trauern zutiefst um einen echten Freund, langjährigen, engagierten und zuverlässigen Mitstreiter, der immer für seine Überzeugungen und seine Partner eingestanden ist. Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gilt insbesondere seiner Familie, die einen fürsorglichen Mann, Vater und Großvater verloren hat. Dein Engagement wird durch Deine Taten weiterwirken!"

Das gesamte Ostestör-Projekt im Web

Wie vor 15 Jahren alles anfingDurch den Tod von "Störvater" Wolfgang Schütz ist die Arbeit der Arge Wanderfische (Silbernes Netz Oste) der AG Osteland erneut ins Blickfeld einer breiten Öffentlichkeit geraten.
 
Über die aktuellen Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische berichtet diese Osteland-Website: www.ag-osteland.de/silbernes-netz/
 
Berichte aus 2014 stehen hier.
 
Wie vor fast anderthalb Jahrzehnten der Kampf für die Rückkehr des Oste-Störs begonnen hat und was seither (bis Anfang 2014) geschah, ist auf dieser Archiv-Seite dokumentiert, die alle Berichte von Jochen Bölsche zwischen 2001 und 2014 dokumentiert.
 
Parallel dazu hat in letzter Zeit auch die ansprechend gestaltete  Website der Sportfischer an der Oste regelmäßig über das Thema Stör und andere Wanderfische informiert, die unter www.oste-stoer.de verfügbar ist.

Osteland trauert um "Störvater" Schütz

18. 2. 2015. Weit über das Osteland hinaus hat der Tod von Wolfgang Schütz die Natur- und Artenschützer erschüttert. An diesem Freitag um 14 Uhr nimmt das Osteland in der Ostener St.-Petri-Kirche Abschied von seinem "Störvater".

 

Wolfgang Millert vom ASV Zeven, Störexperte von der Oberen Oste, spricht für viele: "Das ist ein schwerer Verlust für alle Sportfischer und Naturschützer. Ein ganz Großer ist von uns gegangen."

 

Fachjournalist Carl Werner Schmidt-Luchs (Hamburg) erinnert sich an Wolfgang Schütz, den Sprecher der Arge Wanderfische in der AG Osteland: "Unvergessen seine Gummistiefel-Worte auf dem Störbesatzfest in Gräpel: 'Sie werden bleiben für unsere Jugend, die darin laufend weitermacht, was wir begonnen haben.' Ein großer Verlust für die norddeutsche Wiedereinbürgerungsszene."

 
Ostefreundin Ulrike Brauer-Iburg (Hemmoor) schreibt: "Ein toller Mensch ist von uns gegangen." Naturfotograf Gerd Bertholdt (Hechthausen) ebenfalls auf Facebook: "Lieber Wolfgang Schütz, heute Mittag habe ich im leichten Wind die Glocken der Ostener Kirche in Kleinwörden über die Oste, deinem Fluß, gehört. Ich habe innegehalten und dich in Gedanken verabschiedet. Ich werde dich nicht vergessen."
 
Eine Traueransprache hält am Freitag in der Ostener Kirche unter anderem Dr. Jörn Gessner (Berlin) von der Gesellschaft zur Rettung des Störs / Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei.
 
Gessner war ebenso wie Wolfgang Schütz mit dem Ostekulturpreis Goldener Hecht ausgezeichnet worden.
 
17. 2. 2015. Wolfgang Schütz, der langjährige Vorsitzende des Sportfischervereins Oste, der Ostepachtgemeinschaft II und der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische in der AG Osteland,  verstand es als seine Lebensaufgabe, die 8000 Sportfischer an der Oste und die breite Öffentlichkeit für die Mitwirkung an einem der bedeutendsten Artenschutzprojekte der Gegenwart zu gewinnen: die Wiederansiedlung des hier vor rund hundert Jahren durch menschliche Unvernunft ausgerotteten Europäischen Störs (Acipenser sturio). Am Wochenende isr Wolfgang Schütz nach langer Krankheit gestorben.
 
Nachdem es den Sportfischern  um die letzte Jahrtausendwende bereits gelungen war, den Lachs im Osteland wieder heimisch zu machen, so dass die Oste seither als "Deutschlands Lachsfluss Nummer eins" gilt, nahm der ehemalige Berufssoldat die Herausforderung an, auch dem hochgradig gefährdeten Urzeitfisch Stör seinen einstigen Lebensraum im längsten Nebenfluss der Niederelbe zurückzugeben.
 
Unermüdlich war Wolfgang Schütz - der 2014 dafür auch die Anerkennung der Vereinten Nationen erfuhr - bemüht, Mitstreiter für das international beachtete Artenschutzprojekt zu gewinnen. 
 
Mit der Organisation von Störfesten in Oberndorf, Gräpel und Elm, mit Vorträgen vor Sportfischern und Schulkindern, unter anderem am "Tag der Fische" im Natureum, mit literarischen "Kaviarnächten" in Oberndorf und mit einem "Störgipfel" in Großenwörden, mit  "Störwanderungen" zum schwimmenden Stördenkmal in Oberndorf, mit alljährlichen Besatzaktionen, mit Fachaufsätzen und mit der Website www.oste-stoer.de erwarb er sich hohe Anerkennung innerhalb und außerhalb der Fachwelt.
 
Gemeinsam mit der AG Osteland, deren Vorstand er angehörte, mit der Internationalen Gesellschaft zur Rettung des Störs und dem Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei intensivierte Wolfgang Schütz 2014, als der Stör "Fisch des Jahres" war, seine Bemühungen um die Bewahrung des bedrohten Mitgeschöpfes unter anderem durch eine "wanderfischgerechte", das heißt saubere und barrierefreie Oste von der Quelle bis zur Mündung - bis die Krankheit ihm die Kraft zum Kampf nahm.
 
Die AG Osteland trauert um ihren engagierten Mitstreiter Wolfgang Schütz. 
 
Zum Thema:
 
Wolfgang Schütz im NEZ-Porträt von  Wiebke Kramp.
 
Wolfgang Schütz'  letzte Veröffentlichung, der Aufsatz "Angler und Naturschutz - Am Beispiel der Oste und ihrer Wanderfische" aus dem Buch "Der Europäische Stör", kann hier nachgelesen werden.

Angeln lernen mit Nils von Kroge

 

15. 1. 2015.  Der ASV Hemmoor e.V. veranstaltet einen Sportfischerlehrgang, der am 29. Januar, 19 Uhr, in Hemmoor, Ohl's Gasthof, Hauptstr. 46, beginnt. Ausbilder ist Nils von Kroge (ASV Hemmoor). Der Lehrgang umfasst im theoretischen Teil die Bereiche allgemeine Fischkunde, spezielle Fischkunde, Gewässerkunde, Gerätekunde, Natur-, Tier- und Umweltkunde, Gesetzeskunde. Im praktischenTeil steht die gerätebezogene Ausbildung im Vordergrund. Willkommen sind alle Interessierten ab dem 14.Lebensjahr. Weitere Infos unter Tel. 04771/642770 oder 0160- 3767986 bei Heiko Gamlin, dem Vorsitzenden des ASV Hemmoor.

Vertrauen für Torsten Thorhorst

28. 1. 2015. Im Ostener „Fährkrug" die Jahreshauptversammlung des 1937 gegründeten Sportfischervereins Oste statt. Neben Berichten und Ehrungen standen auch Wahlen zum Vorstand auf der Tagesordnung. Da der bisherige 1. Vorsitzende Wolfgang Schütz nicht mehr zur Verfügung stand (wie bereits im letzten Jahr angekündigt), wurde Torsten Thorhorst, zunächst für zwei Jahre, zum Vorsitzendengewählt. Wiedergewählt wurden der 2. Vorsitzende Horst Ahlf, Kassenwart Torsten Stobbe, Schriftwart Andreas Meyer, Gewässerwart Karl-Heinz Lengner, Pressewart Lothar Dekarski und Gerätewart Frank Hahmann. Neu gewählt wurden Sportwart Manfred Papke und Jugendwart Jens Wenhold. 


Der Vorstand wird durch die Beisitzer Willi Kroisand, Mirco Gerdts, Jens Borchers, Heinz Hahmann, Sina Lengler und Lars Thorhorst verstärkt. 

Für 25-jährige Vereinstreue wurden Eduardo Meier, Detlef Pahl, Gerd Sonnenberg, Lars Thorhorst und Martin Thorhorst ausgezeichnet. Seit 40 Jahren gehören Volkmar von Bargen, Klaus-Dieter Groß, Johann-Albert Jantzen, Jörg Pallusseck und Georg Stüven zu den Sportfischern und 50 Jahre Hinrich Möller und Alfred Neukirchner. 

Eine besondere Auszeichnung, die Ehrennadel in Gold, erhielt Günter Kück vom Angelsport-Verband Hamburg überreicht.

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