Websites für das Osteland
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Morde zwischen Moor und Meer

AG-Osteland-Veranstaltung mit Thomas B. Morgenstern auf Krautsand

 "Jeder Ort ein Tatort" - mit diesem Slogan wirbt die AG Osteland für ihr Literatur- und Tourismusförderungsprojekt Krimiland Kehdingen - Oste. Literaturwettbewerbe ("Mord auf der Schwebefähre") und Lesungen wecken Aufmerksamkeit für eine schaurig-schöne Region mit einer beispiellosen Dichte von Krimiautoren und fiktiven Tatorten. Mehr auf oste.de (bis Mai 2014), auf der ebenfalls archivierten Website krimiland.de  und in der aktuellen gleichnamigen Facebook-Gruppe.

Reisende Kriminelle meiden das Krimiland

29. 12. 2016. Wegen der Vielzahl der - über 50! - dort geschriebenen Krimis bewerben die AG Osteland und örtliche Touristiker die Region Kehdingen-Oste seit über 10 Jahren auch als Krimiland. Dabei tritt der Landstrich der erfundenen Schandtaten - im wesentlichen der Norden des Kreises Stade - in der Kriminalstatistik nach wie vor nicht sonderlich hervor: Im Stader Tageblatt vom Donnerstag äußern sich Fachleute über die Schwerpunkte der auch im Kreisgebiet zunehmend registrierten Einbruchsdiebstähle durch reisende Täter: "Orte mit günstiger Infrastrukturanbindung in Fernstraßen- und Bahnnähe würden von den Kriminellen besonders häufig heimgesucht. Buxtehude, Stade und Jork seien derzeit die drei am stärksten gebeutelten Kommunen im Landkreis Stade. 'Je nördlicher, desto sicherer', gibt Polizeisprecher Rainer Bohmbach eine grobe Faustregel aus. In Kehdingen seien überwiegend einheimische Täter aktiv."

Wie alles anfing vor 10 Jahren...

1. 12. 2016. Ende November 2006 stand auf www.oste.de: "Alle mögliche Unterstützung" wird das Regionalmanagement für die Ilek-Region zwischen Oste und Elbe dem Projekt "Krimiland Kehdingen-Oste" der AG Osteland e. V. zukommen lassen. Das war am Montag der "eindeutige Tenor aller Verantwortlichen" in einer Sitzung der Ilek-Steuerungsgruppe, der neben Vertretern der Landesregierung sämtliche Samtgemeinden bzw. Gemeinden der Ilek-Region angehören... Weiterlesen bitte hier

Krimis für die Flüchtlingshilfe

1. 12. 2016. Am Donnerstag, 8. Dezember, findet ab 19 Uhr in der Kriminalbibliothek in Bremen (in der Stadtbibliothek, Am Wall 201) eine Krimi-Lesung zugunsten der UNO- Flüchtlingshilfe statt. Anlass ist der 78. Todestag des Schweizer Autors Friedrich Glauser. 

 

Bekannte Mitglieder des Bremer Krimi-Stammtisches wie Jürgen Alberts, Biggi Rist, Mirjam Phillips, Liliane Skalecki, Sonja Höstermann und Meike Dannenberg werden jeweils acht Minuten kurz aus ihren neuen, spannenden Werken lesen. Die ganze Veranstaltung wird etwa zwei Stunden dauern. Der Eintritt ist frei. 

 

Für fünf Euro - nach Wunsch auch mehr - können an dem Abend Lose erworben werden. Zu gewinnen sind Bücher oder Buch-Pakete mit spannenden Kriminalgeschichten aller Art. Das eingenommene Geld geht als Spende an die UNO- Flüchtlingshilfe. 

 

Anwesend sein wird auch der Krimiautor, Ostepreisträger und Leiter der UNO-Flüchtlingshilfe für Norddeutschland, Professor Dr. Reinhold Friedl (Foto).


Alljährlich veranstalten Untergruppen des SYNDIKAT - der Vereinigung der deutsch- sprachigen Kriminalautorinnen und -autoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz - zum Todestag von Friedrich Glauser am 8. Dezember eine Lesung mit karitativem Hintergrund. Glauser gilt als prominentester Begründer der deutschsprachigen Kriminalliteratur (Kontakt und weitere Infos: Prof. Dr. Reinhold Friedl, Tel: 0441 - 88 52 444 oder 0160 - 15 71 118, Email: reinhold-friedl@t-online.de).

1000. Tatort: Skurrilster kam vom Rönndeich

9. 11. 2016. Am 29. November 1970 wurde der erste "Tatort" ausgestrahlt. 46 Jahre später trotzt die quotenstarke Krimi-Reihe der Vergänglichkeit – am kommenden Sonntag läuft die 1.000 Folge. Was viele nicht wissen: Die wohl ausgefallenste der 1000 Folgen, der überwiegend plattdeutsche Krimi "Wat Recht is, mutt Recht bliewen", wurde vor 36 Jahren (!) im Krimiland Kehdingen-Oste konzipiert: von der AG-Osteland-Kulturpreisträgerin Elke Loewe (Drehbuch) und Volker Vogeler (Regie). Beide lebten damals am Rönndeich in Drochtersen-Hüll. Der Film ist hier auf Youtube verfügbar. Mehr über Elke Loewe hier.

Wingst: Kulturherbst mit Oste-Preisträgern

15. 10. 2016. Im Rahmen des Wingster Kulturherbstes kommen auch zwei bekannte Autoren und Osteland-Kulturpreisträger aus dem Krimiland Kehdingen-Oste zu Wort. Der Cuxhavener Autor Dr. Reinhold Friedl (Foto, www.reinhold-friedl.net) liest am Freitag, 28. Oktober, 19 Uhr, im Forsthaus - Ferienhotel am Dobrock, Hasenbeckallee 39, 21789 Dobrock. Friedl nimmt in seinem Krimi "Tödliche Schriftrollen vom Nil" die Fäden einer historischen Begebenheit auf und spinnt daraus ein spannendes Netz aus Skrupellosigkeit, Kulturgeschichte, Mysterien und maritimen Flair. Der Inhalt dieses Roman war auch zentrales Thema des ZDF-TerraX-Dokufilms "Geisterschiff im Wattenmeer"  - siehe www.zdf.de/terra-x/terra-x-geisterschiff-im-wattenmeer-24805902.html

 

Dietrich Alsdorf (www.dietrich-alsdorf.de) liest tags darauf, am Sonnabend, 29. Oktober, 17 Uhr, ebenfalls im Hotel Forsthaus aus seinem Historien-Drama "Anna Brümmers Weg zum Scharfrichter". 1856 wurde Anna Brümmer in Stade zur Richtstätte gefahren wurde. Verurteilt wegen des Giftmordes an ihrem Kind. Ein für Stade ungewohnt hartes Urteil. Warum dieses harte Urteil? Und war Anna Brümmer überhaupt die Mörderin ihres Kindes? Beinder Recherche über diesen Fall fand der Autor Ungereimheiten und Zusammenhänge, die sein Interesse weckten...

 

Kartenreservierung: Tourismuszentrale Wingst, Tel. 04778-81200, 5 Euro, www.wingst.de

Historienkrimis in der Kirche von Horst

3. 10. 2016. Am Freitag, 7. Oktober, 19 Uhr, liest Dietrich Alsdorf auf Einladung der Landfrauen Großenwörden in der Kirche von Burweg-Horst aus seinen Historienkrimis. Gelesen werden Texte aus "Anna aus Blumenthal" und "Abels Blut". Vorgestellt wird auch der neue Roman "Anna Brümmers Weg zum Scharfrichter". In der Pause singt der Kirchenchor. Anmeldung unter 04144/4287 (ab 19 Uhr). Die Kosten betragen 10 Euro.

Wellenbreker: Krimikomödie zum Jubiläum

19. 9. 2016. Am Samstag trat die Jugendtheatergruppe „Wellenbreker“ nach Auftritten in Alfstedt, Kutenholz, Freiburg, Visselhövede und Cadenberge zu ihrer 6. Aufführung in Hemmoor auf. Von Ortsheimatpfleger und Ostefreund Heino Grantz begrüßt, verfolgten die Zuschauer in der vollbesetzten Kulturdiele das humorvolle Verwicklungsspiel "De doot nix, de wüllt bloots spielen", das von den 12- bis 18jährigen Akteuren mit augenscheinlichem Spaß dargebracht wurde. Weitere Aufführungen der Kriminalkomödie sind im Stadttheater Cuxhaven (30.09., 19.30 Uhr) und im Schützenhaus Lüdingworth am 1.  10. um 15.30 Uhr.

 

Im kommenden Jahr feiern die „Wellenbreker“ ein Jubiläum: Vor 20 Jahren traten die Jugendlichen zum ersten Mal mit ihren plattdeutschen Theaterstücken an die Öffentlichkeit. Mehr über die Theatergruppe unter www.landschaftsverband-stade.de/html/wellenbreker.html

 

Aus dem Pressetext über den Inhalt des erfrischend gespielten Stücks: Was machen Agathe und Christa, zwei reizende ältere Schwestern, um ein bisschen Leben und Geld in ihre kleine Inselpension zu bringen? Sie überfallen eine Bank. Das heißt, sie lassen ihre Pensionsgäste eine Bank überfallen, denn Agathe und Christa veranstalten Krimi-Wochenenden, an denen sich ihre Gäste nach Herzenslust in fremden Rollen austoben können. Zu dumm nur, dass sich diesmal echte Bankräuber auf der Flucht unerkannt unter die Gäste mischen und kurzerhand das Kommando übernehmen. Aber da haben sie nicht mit Agathe und Christa gerechnet. Denn die beiden liebenswürdigen älteren Damen können auch ganz anders...

 

Dank an Claus List.

Landlesen: Fünf Millionen Medien ausgefahren

4. 8. 2016. Diesen Sommer feiert die Fahrbücherei des Landkreises Cuxhaven ihr 40-jähriges Bestehen. Auch die AG Osteland gratuliert! Gerade aus dem ländlichen Raum sind Einrichtungen dieser Art nicht mehr wegzudenken, wie jetzt in einer kleinen Feierstunde im Cux-Kreishaus betont wurde. Erfreulich: Prämiert mit den Bibliothekspreis der VGH-Stiftung und zertifiziert mit dem Gütesiegel „Bibliothek mit Qualität und Siegel“, gehört die Fahrbücherei Landkreis Cuxhaven zu den am besten frequentierten Fahrbüchereien im ländlichen Raum bundesweit!

 

Seit 1976 bringt die Rollende Bibliothek an 112 Haltepunkten in 80 Orten das Buch zum Leser und zur Leserin. Übrigens: Auch in das Krimiland-Projekt "Mord an der Schwebefähre" der AG Osteland war die Fahrbücherei einbezogen.

 

In der 40-jährigen Geschichte der Fahrbücherei wurden insgesamt über 5 Millionen Medien entliehen. Ausführliche Informationen zum Konzept und zur Entwicklung des Projekts auf der Kreis-Website.  

Die Fahrbücherei wird seit Februar 1999 von der Diplom-Bibliothekarin Katrin Toetzke (v. M.) geleitet. Zum Fahrbüchereiteam gehören weiter die Fachangestellten Vanessa Gugler, Sandra Krämer und Eugenia Starkova sowie die Fahrerin und Büchereimitarbeiterin Michaela Allo, der Fahrer und Büchereimitarbeiter André Schoenberner sowie die Auszubildende Saskia Münchmeyer.

Moorbauernmarkt mit Roschen-Krimi

5. 7. 2016. Am Sonntag, 17. Juli, findet ab 11 Uhr am Torfschiffhafen in Findorf bei Worpswede ein "Moorbauernmarkt" statt. Sowohl am Rande des Wassers als auch von den Torfschiffen aus sollen bei dem Bauernmarkt Waren zum Verkauf angeboten werden. Darüber hinaus besteht für Besucher die Gelegenheit, Fahrten mit dem Torfkahn zu unternehmen. Dabei sind auch Klappstaue zu überwinden. Am Abend liest Osteland-Literaturpreisträger Axel Roschen (Foto) aus seinem jüngsten Moorkrimi. Interessierte können ab dem 12. Juli Karten erwerben unter der Telefonnummer 04794-962220 (ab 19 Uhr).

Morgenstern liest in Krummendeich

23. 6. 2015. Am Kulturprogramm der "Weißen Nacht am Deich" am Sonnabend, 9. Juli, ab 17 Uhr an der Freizeitanlage in Krummendeich nimmt auch Krimiland-Autor und Oste-Literaturpreisträger Thomas B. Morgenstern ("Elbstrandmord") teil. Das teilt mit Organisator Willy Reith vom Zugezogenen-Stammtisch mit. Bei der nichtkommerziellen Veranstaltung wird mit bis zu 500 weiß gekleideten Gästen gerechnet.

Osteland-Salon: Krimiautoren im Gespräch

17. 6. 2016. Ein rundum positives Publikumsecho fand der 3. Osteland-Salon, zu dem am Freitag Salonnier Sebastian Bertram auf den schaurig-schön dekorierten Berthof von Gisela und Gerd Bertholdt in Kleinwörden geladen hatte. 

 

AG-Osteland-Vorsitzender Claus List konnte über 50 Zuhörer und vier prominente Gäste begrüßen: Die Schriftsteller Wilfried Eggers, Reinhold Friedl, Wolfgang Röhl und Thomas B. Morgenstern - erfolgreiche Autoren von insgesamt mehr als einem Dutzend Romanen aus dem Krimiland Kehdingen-Oste und ausgezeichnet mit dem Literaturpreis Goldener Hecht der AG Osteland - präsentierten nicht nur Kostproben aus ihren Werken, sondern antworteten auch auf die Frage, was sie zum Schreiben veranlasst und wo sie ihre Motive finden.

 

Der Wissenschaftler Friedl liess sich unter anderem durch eine Ausstellung im Natureum in Balje inspirieren, der Journalist Röhl durch Graffiti auf dem Bahnhof Wingst, dem Biobauern Morgenstern wurden interne Akten aus Drochtersen zugespielt, Anwalt Eggers schöpft aus seiner Erfahrung als Strafverteidiger.

 

"Inbegriff des emanzipiert Provinziellen"

 

Sebastian Bertram über die Krimilandschaft Kehdingen-Oste

 

Herzlich willkommen zum dritten Osteland-Salon. Ich freue mich auf einen besonderen Abend – ja: auf einen besonders unheimlichen Abend, hier an diesem heimeligen Ort.

 

Das Thema Krimi eignet sich wunderbar, um das Schreckliche mit dem Behaglichen zu verbinden. Das Schaurig-Schöne, das Melancholisch-Gemütliche, das Düster-Romantische – solche sich widersprechende Begriffe können Prädikat für eine gute Krimilektüre sein – und aus Sicht manch eines Osteland-Liebhabers auch für den Charakter dieses Landstrichs.

 

Emanuel Eckardt, ehem. Chefredakteur von Merian und Geo schrieb einmal über diese Gegend: „Westlich von Hamburg, jenseits der Elbe, weit draußen hinterm Deich und gut dreißig Zentimeter unter Normal Null siedelt auf schwerem Boden ein erdverbundener und wetterfester Menschenschlag, angetan mit Öljacke und Gummistiefeln. (...) Brägenklüterig könnte man werden in dieser tropfnassen Welt aus Nebelbänken und moorigem Bruchwald. Kahle Obstbäume stehen in Reihe wie verkrüppelte Kreuze auf einem Heldenfriedhof, die Häuser sind schief und krumm, die Gräben schnurgerade, und nur die Ortsschilder bringen etwas Farbe in diesen verregneten Wintertag.“

 

Man möchte erschaudern – und ist zugleich sehnsüchtig aufgeladen.

 

Wo, wenn nicht hier, kann man besser einen Krimi spielen lassen?

 

Klar. Krimilandschaften gibt es viele in Deutschland. Es ist Kennzeichen eines Regionalkrimis, dass eine bestimmte Gegend im Abseits literarisch bedeutender Schauplätze zum Handlungsspielraum wird. Der Regio-Krimi hat seinen Ursprung in den 80ern-Jahren. Sein Siegeszug ist seither nicht zu stoppen, es gibt kaum noch ein Fleck in der Republik, an dem sich noch keine fiktiven menschlichen Abgründe aufgetan haben. Laut den aktuellsten Zahlen des Marktforschungsunternehmens GfK haben 2012 etwa 3 Millionen Deutsche rund 83 Millionen Euro für Regionalkrimis ausgegeben. Vermutlich haben Formate wie der ARD-Tatort den Weg für dieses Phänomen in der Literatur in Deutschland, Österreich und der Schweiz geebnet.

 

Für den Leser des Regionalkrimis ist meist das „Wiedererkennen“ der eigenen oder geliebten Region reizvoll. Durch die Beschreibung eines bestimmten Ortes, eines Milieus, kann der Rezipient quasi selbst auf Spurensuche gehen. Verknüpft wird das Leseerlebnis teilweise mit realen Erlebnissen oder Entwicklungen z.B. in Politik und Wirtschaft.

 

Der Begriff „Regiokrimi“ ist durch die obsessive Nutzung der Verlage ein wenig in Verruf geraten. Das Genre wird von Branchenkennern oft als Marketingstrategie abgetan, literarische Qualität ihm deswegen von Journalisten gern aberkannt.

 

Dabei ist die Definition von Region an sich erst mal wertneutral. Nach Sprachwissenschaftler Norbert Mecklenburg ist die Region „eine Zwischengröße zwischen staatlicher und lokaler Einheit, ein territoriales Teilgebiet, ein begrenzter Kultur-, Geschichts- und Sozialraum“. Gegen den Begriff Region lässt sich noch die Heimat und die Provinz abgrenzen.

 

Die Provinz war lange Zeit negativ besetzt und beschrieb aus der „städtischen Perspektive technisch und kulturell zurückgebliebene, abgelegene oder abgesonderte geographische Räume“.

 

Doch seit den siebziger Jahren besitzt der Provinzbegriff „emanzipatorisches Potential“ und beschreibt laut der Germanistin Paola Bozzi u.a. den Kampf „gegen die Beherrschung durch bürokratische Apparate in den Metropolen“, wie zum Beispiel gegen die regionale Strukturplanung und die Agrarpolitik.

 

Die Region Osteland ist Inbegriff dieses emanzipiert Provinziellen. Sie liegt im Schatten der bekannten Nordseebäder, der Weltstadt Hamburg, vom Alten Land, von Elbe und Weser. Lange Zeit konnte kaum ein Kreuzworträtsel-Freund die Frage nach dem "linken Nebenfluss der Elbe", vier Buchstaben, auf Anhieb richtig beantworten. Das Osteland und seine Menschen musste sich im Stillen behaupten.

 

Hier an der lange „vergessenen“ Oste konnte sich so ein schriftstellerisches Biotop entwickeln – ganz ohne stilisierte Mythen oder gewachsenen Künstlerhype.

 

Das Osteland ist kein Worpswede. Und anders als die Eifel-Krimis oder die Ostsee-Krimis gibt es nicht den Oste-Krimi. Viel besser: Das Osteland ist ein Krimiland, das aus sich selbst heraus zur Marke wurde – statt sich einen Markennamen aufzusetzen.

 

Jochen Bölsche, der Ehrenvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Osteland nennt die Region heute das „Zentrum des fiktiven Verbrechens“. Rund 30 Autoren haben mittlerweile die Region an der Elbmündung „mit Leichen gepflastert“, so die Niederelbe Zeitung. Im Kehdinger Land zwischen Elbe und Oste sind in den vergangenen Jahren mehr als 50 Krimis und 200 Drehbücher entstanden.

 

Ich freue mich sehr – hier unter diesem Dach, unter dem schon so einige Krimilesungen stattgefunden haben – vier Osteland-Krimiautoren in der Runde begrüßen zu dürfen, deren Werke überwiegend in diesem Landstrich spielen oder einen Bezug zu ihm herstellen. Ich möchte kurz vorstellen ...

 

Wilfried Eggers, den Kriminologen

 

Der Stader Jung studierte in Kiel Rechtswissenschaften mit Schwerpunkt Kriminologie und nebenher skandinavische Sprachen. Seit 1979 ist er selbständiger Rechtsanwalt und seit 1982 Notar in Drochtersen.

 

Unter seiner Feder entstanden Werke wie „Die oder ich“, „Paragraf 301“ „Ziegelbrand“ und die „Die Tote, der Bauer, sein Anwalt und andere“. Dann begrüße ich herzlich

 

Reinhold Friedl, den Vielseitigen.

 

Der gebürtige Hamburger promovierte in Politik-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und arbeitete als Polizeivollzugsbeamter im Bundesgrenzschutz und als Oberstudienrat. Er war u.a. Beamter der Vereinten Nationen, Referatsleiter in der Präsidialabteilung der Hamburger Schulbehörde und ist heute Honorarprofessor der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg sowie Leiter der UNO-Flüchtlingshilfe für Norddeutschland.

 

Seine Werke heißen „Tödliches Tabu“, „Genfer Schlendertage“, „Die große Hochzeit“ und „Tödliche Schriftrollen vom Nil“. Dann darf ich Ihnen vorstellen

 

Thomas B. Morgenstern, den Landwirt

 

Der in Jugenheim im Rheinhessischen geborene Diplom-Biologe, der auch einige Semester Germanistik und Theaterwissenschaften studiert hat, bewirtschaftet mit seiner Familie einen biologisch-dynamischen Bauernhof in der Elbmarsch bei Stade.

 

Thomas B. Morgenstern schrieb zunächst Kinderbücher, ehe er mit dem Titel „Der Milchkontrolleur“ sein Krimidebüt vorlegte. Es folgten Bücher wie „Tod eines Milchbauerns“, „Milchfieber“ und jüngst „Elbstrandmord“. Last but not least freue ich mich,

 

Wolfgang Röhl, den Journalisten

 

zu Gast zu haben. Der gebürtige Stader studierte Literatur, Romanistik und Anglistik. Ab 1968 arbeitete er als Journalist für unterschiedliche Publikationen, unter anderem 30 Jahre als Redakteur und Reporter beim “Stern”. Intensive Reisetätigkeit führten ihn insbesondere nach Südostasien und Lateinamerika. 2007 erschien sein erster Kriminalroman „Im Norden stürmische Winde“. Es folgten mit „Inselkoller“, „Straßenkampf“ und „Brand Marken“ drei weitere Krimis.

 

Zu Beginn des Osteland-Salons möchte ich ganz traditionell zwei Kerzen anzünden. Die eine steht für das Erinnern und die andere für das Bewahren.

 

Die Idee der Veranstaltungsform Osteland-Salon ist, den intuitiven Erinnerungen an das Leben und Wirken zwischen Elbe und Oste einen Raum zu geben. Ich denke aber, dass es gerade bei Schriftstellern sinnvoll ist, von der Vorgabe des reinen Erzählens abzuweichen – darum freuen wir uns jetzt, von den Autoren reihum eine besonders ausdrucksstarke Stelle mit einem Regionalbezug aus ihrem Werk vorgelesen und erläutert zu bekommen. 

Grußwort von Claus List: Liebe Ostefreunde, liebe Krimifreunde, halb aus Jux, wie er damals schrieb, hatte Jochen Bölsche 2001, als er die landschaftlichen Reize der Flussregion an der Oste kennen- und lieben lernte, halb aus Jux hatte er den Rönndeich unweit von Osten zur „Deutschen Krimistraße" (Archivseite) gekürt. Verdiente Autoren wie Elke Loewe, Jürgen Petschull und Volker Vogeler – diese drei seien exemplarisch genannt – waren und sind hier ansässig und haben den Landstrich ins literarische Bewusstsein gehoben. Neben den vielfältigen Aktivitäten unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft Osteland, die sich 2004 gründete, wurde das Osteland in den Folgejahren mit dem Slogan „Jeder Ort ein Tatort“ zum Literaturstandort in diesem Genre.

 

Ich freue mich, Sie, liebe Ostefreunde, einbezogen auch die Vertreter der Presse, heute hier auf dem wunderschönen Berthof mitten im Krimiland Kehdingen-Oste zu einem besonderen Osteland-Salon begrüßen zu dürfen, dem dritten nach den beiden vorangegangenen mit den Themen „Fährleute am Fluss“ und „Meine Kindheit an der Oste“. Vier namhafte Autoren aus dem Osteland sind der Einladung von Sebastian Bertram, unserem Osteland-Salonier, gefolgt und werden heute Abend von ihrem schriftstellerischen Wirken erzählen und dabei auch Leseproben aus ihren Romanen mit einbeziehen.

 

Mein besonderer Dank gilt Gisela und Gerd Bertholt, die nicht nur die stilvollen Räume des Berthofes für den heutigen Krimi-Abend zur Verfügung gestellt, sondern das Ambiente zusätzlich mit urigen Krimi-Applikationen bereichert haben.

 

VIDEO: Garten-Deko auf dem Berthof

Wolfgang Röhl liest in der Kombüse

Ausschnitt aus preisgekrönter Röhl-Reportage

27. 4. 2016. Wieder eine Autorenlesung im Krimiland Kehdingen-Oste: Am Sonnabend, 25. Juni, 19 Uhr, liest Wolfgang Röhl (Bentwisch) in der Oberndorfer Kombüse 53° Nord aus seinem jüngsten Roman "Brand Marken". 

 

Röhl ist mit dem Osteland-Kulturpreis Goldener Hecht für seine großartige "Stern"-Reportage über die Oste ("Amazonas hinterm Deich") ausgezeichnet worden, die hier noch online verfügbar ist.

Gräpel: Morden auf der Oste

Radeln auf den Spuren der Schmuggler?

25. 5. 2016. Lesetipp: Im Stader Tageblatt (Mittwoch) berichtet Ostepreisträgerin Grit Klempow über die "charmante Idee", den einstigen Schmugglerstieg durchs Moor zwischen Engelschoff und Drochtersermoor wieder aufleben zu lassen und dessen historische Bedeutung unter anderem für touristische Zwecke zu nutzen. Der malerische Weg zählte einst zum Revier von Dieben, Räubern und Schmugglern, wie der Historienkrimi-Autor und Osteland-Kulturpreisträger Dietrich Alsdorf in seinem Buch "Abels Blut" und auf seiner Website darlegt.

 

In Engelschoff wird die Wiederbelebung des Weges laut Tageblatt als mögliches Projekt der Leader-Region Kehdingen-Oste diskutiert. 

 

Der Schmuggelstieg biete sich an als zwischenörtliche Verbindung - und nicht zuletzt für Radfahrer, die vom Oste-Radweg Tostedt - Balje zum Elberadweg unterwegs sind.

 

Abbildungen: Karte des Ingenieurbüros Galla, Ausschnitt aus der Alsdorf-Website.

3. Osteland-Salon: Thema Krimiland

Krimiland-Deko auf dem Berthof in Kleinwörden

14. 5. 2016. Am Freitag, 17. Juni, 19.00 Uhr, findet der 3. Osteland-Salon statt. Nach den beiden äußerst erfolgreichen und mit viel Lob bedachten ersten Folgen („Fährleute erzählen“ und „Meine Kindheit an der Oste“) geht es nun im Berthof, Kleinwörden Wriethstraße 28, 21755 Hechthausen um das Krimiland Kehdingen-Oste. Vier erfolgreiche Autoren aus der Region berichten von ihrem schriftstellerischen Schaffen und lesen aus ihren Werken: Wilfried Eggers, Thomas B. Morgenstern, Reinhold Friedl und Wolfgang Röhl (v.l.n.r.).

Salonnier Sebastian Bertram, dem es gelang, die Autoren an einen Tisch zu bringen wird, schreibt dazu: „Erzählungen über Mord und Totschlag haben seit vielen Jahren Hochkonjunktur im Osteland. Mehr als 50 Krimis und 200 Drehbücher von gut zwei Dutzend Autoren sind bislang im Kehdinger Land zwischen Elbe und Oste entstanden. Jochen Bölsche, Ehrenvorsitzender der AG Osteland, nennt dieses Fleckchen Erde ein „Zentrum des fiktiven Verbrechens“. Dafür gibt es naheliegende Gründe, wie auch der Journalist Bernd F. Meier in einer Reportage für die Deutsche Presseagentur (dpa) feststellt: „Im Herbst hängen Nebelfetzen über grünen Wiesen und dunkelbraunen Mooren. Einsame Bauerngehöfte und Katen – die richtige Region, um spannende Kriminalromane und düstere TV-Drehbücher zu schreiben.“
 
Seit November 2015 lädt die AG Osteland an wechselnden Orten in den Osteland-Salon. Zwei Stunden, in denen Menschen aus dem Landstrich hinter den Deichen mit ähnlichen biografischen Hintergründen einander ihre Geschichten erzählen. Die Idee ist, den intuitiven Erinnerungen an das Leben und Wirken zwischen Elbe und Oste Raum zu geben, die durch das Erzählen von Geschichten geweckt werden. Die Erzähler können sich gedanklich auf die Runde einstimmen, brauchen sich jedoch nicht aufwendig vorzubereiten.
 
Hat einer zu Ende erzählt, knüpft der nächste an – nicht streng reihum, sondern so wie der Anfang einer neuen Geschichte an das Ende der vorangegangenen passt. Niemand wird in seinem Erzählfluss unterbrochen, Zwischenfragen bleiben die Ausnahme, ein Austausch erfolgt im geselligen Anschluss. Die wenigen Regeln, die es braucht, hat der Salonnier im Blick. Die Krimiautoren werden von der Vorgabe des reinen Erzählens ein wenig abweichen dürfen – gibt es neben ihren eigenen Erinnerungsräumen doch auch die Handlungsräume in ihren Büchern, die für die Zuhörer erfahrbar gemacht werden wollen.“
 
Auch dieser Osteland-Salon ist ausschließlich für Mitglieder vorgesehen. Anmeldung ab sofort bitte bei Renate Bölsche (renate.boelsche@gmx.de)

Lesung: Schmuggelpfad durch das Moor

19. 5. 2016. Zu einer Lesung über die Geschichte des alten Schmuggelpfades durch das Moor zwischen Engelschoff und Drochtersen lädt Regionalhistoriker, Krimi-Autor und Oste-Preisträger Dietrich Alsdorf (Foto) am Sonnabend, 21. Mai, 20 Uhr, in die Scheune von Helma Jarck, Dorfstraße 38, in Engelschoff. Eintritt: zwei Euro.

Krautsand: Staatsanwalt erhebt Anklage

Stader Tageblatt vom 27. 4. 2016

26. 4. 2016. Viele haben gerätselt: War der jüngste Morgenstern-Krimi "Elbstrandmord" durch Geschehnisse auf Krautsand inspiriert? Der Autor dementiert. Wie auch immer: Die Staatsanwaltschaft Stade erhebt jetzt Anklage im Zusammenhang mit dem in Verdacht geratenen Krautsander Hotelbau - unittelbar vor dessen Eröffnung "ein mittelschweres Beben" (Stader Tageblatt). Ausführliche Pressemitteilung der Polizei hier.

Osteland-Autoren auf der Criminale

24. 4. 2016. Auf der Criminale, dem grössten deutschsprachigen Krimifestival, die als 30jährige Jubliläums-Criminale vom 20. bis 24. April 2016 in der Stadt Marburg und im Landkreis Marburg-Biedenkopf stattfand, nahmen als Vertreter des Krimilandes Kehdingen-Oste die Autoren Wilfried Eggers und Reinhold Friedl teil. Veranstalter ist die Autorengruppe „Das Syndikat“. Die nächste Criminale wird 2017 wird von österreichischen Autorinnen und Autoren organisiert und in Graz in der Steiermark stattfinden (www.die-criminale.de).

"Zentrum des fiktiven Verbrechens"

2. 4. 2016. Lesetipp: Die Niederelbe-Zeitung (Wochenend-Ausgabe) veröffentlicht ein Kurzporträt der Krimilandschaft beiderseits der Oste. Zitat: "Rund 30 Autoren haben mittlerweile die Region an der Elbmündung mit Leichen gepflastert. Allein im Kehdinger Land zwischen Elbe und Oste sind in den vergangenen Jahren mehr als 50 Krimis und 200 Drehbücher entstanden. Jochen Bölsche von der Arbeitsgemeinschaft Osteland nennt die Region das 'Zentrum des fiktiven Verbrechens'."

 

NEZ-Fazit: "Mord und Totschlag liest sich nicht nur vor den Kulissen Londons oder New Yorks spannend, auch in Cuxhaven, in Geversdorf und Lamstedt bieten menschliche Abgründe Stoff für fesselnde Geschichten. Regionalkrimis sind angesagt wie nie."

 

Jährlich kaufen laut NEZ rund 3 Millionen Deutsche 8 Millionen Regionalkrimis für insgesamt 83 Millionen Euro. Die drei Zahlen haben sich gegenüber 2010 verdoppelt.

Berichte aus dem 1. Quartal 2016 stehen hier.

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